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Endlich verstärkte Hilfe für Schüler und Schulen

Zahl der Schulpsychologen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen wird deutlich aufgestockt

50 neue Stellen für Schulpsychologen in Baden-Württemberg, eine Aufstockung auch in Nordrhein-Westfalen, die Rücknahme der beabsichtigten Kürzungen in Saarbrücken - all das sind gute Nachrichten. Endlich wird der seit Jahren stattfindende Abbau von Schulpsychologen-Stellen in Deutschland gestoppt, und Schulen, Lehrer und Schüler dürfen wieder auf Hilfe hoffen.

Damit erkennen die Landesregierungen in Stuttgart und Düsseldorf die zentrale Rolle der Schulpsychologen als Unterstützungssystem für Lehrer und Schüler an. Die wichtigsten Aufgaben derer, die jetzt neu eingesetzt werden, sieht der Vorsitzende der Sektion Schulpsychologie im Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP), Stefan Drewes in der rechtzeitigen Hilfe für Schülerinnen und Schüler in Krisen und bei schulischen Problemen sowie in der Fortbildung und Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer. Zufriedenstellend ist die Situation in Deutschland aus seiner Sicht damit noch lange nicht. "Immerhin ist es ein Schritt in die richtige Richtung", so Drewes. "Schlimm, dass erst ein Amoklauf geschehen muss, bis die Politik aufwacht", so sein Kommentar. Jedes Bundesland müsse sich jetzt fragen, wie es selbst mit Schulpsychologen ausgestattet ist und ob das fachlichen Standards und europäischen Maßstäben entspricht.

Der Berufsverband fordert bis 2010 einen Versorgungsschlüssels von 1:5000 und bis 2015 noch einmal eine Verbesserung auf 1: 1000. Zur Zeit liegt der Versorgungsgrad in einzelnen Bundesländern und Kommunen im Durchschnitt bei 1:16.000. "Die pädagogischen Anforderungen für Schulen und Lehrer sind extrem komplex geworden", sagt Stefan Drewes. "In jeder Schule muss die Telefonnummer eines zuständigen Schulpsychologen bekannt sein, der im Bedarfsfall auch kurzfristig Hilfen geben kann. Auch in die Lehrerfortbildung müssen Schulpsychologen regelmäßig einbezogen werden. Dazu muss aber eine ausreichende Kapazität vorhanden sein."

Nach dem Amoklauf in einer Schule in Emsdetten sowie einem angekündigten Amoklauf in Baden-Württemberg war die eklatante Unterversorgung mit Schulpsychologen deutlich geworden. "Wir müssen uns intensiver um Kinder und Jugendliche kümmern, damit sie zu gefestigten und selbstbewussten Menschen heranwachsen", sagte dazu der baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger. Die Landesregierung in Baden-Württemberg beschloss deshalb eine Verdopplung der Zahl der Schulpsychologen auf 104. Aus Sicht des BDP ein längst überfälliger Schritt angesichts der eklatanten Unterversorgung.

Auch die Landesregierung Nordrhein-Westfalens entschied sich nach der Tragödie von Emsdetten zur deutlichen Aufstockung der Stellen für Schulpsychologen im Landesdienst. In ganz NRW werden dadurch demnächst rund 250 Schulpsychologen tätig sein.


Sektion Schulpsychologie des BDP
Kontakt:
Stefan Drewes
Schulpsychologische Beratungsstelle, 40/601
40200 Düsseldorf
Tel.: 0211 - 89 95 341
Fax: 0211 - 89 29 220
stefan.drewes@stadt.duesseldorf.de
www.bdp-schulpsychologie.de

11.1.2007