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Beschlüsse der Delegiertenkonferenz vom 5./6.5.2007 in Bad Honnef

DK 1/2007 - wichtige berufspolitische Festlegungen und neue methodische Wege

Anfang Mai trafen sich die Delegierten des Verbandes zur ersten Delegiertenkonferenz dieses Jahres an einem vertrauten Tagungsort. Bad Honnef hat sich bereits mehrfach als Seminarhotel bewährt, dafür gab es im Ablauf der Delegiertenkonferenz dann einige Neuerungen: Einen Infomarkt zu Beginn, in dem die Delegierten die Möglichkeit hatten, vor Eintritt in die formale Tagesordnung zu den verschiedenen Anträgen im informellen Rahmen Meinungen und Argumente auszutauschen, sowie eine moderierte Gruppenarbeit zur Evaluation der Strukturreform am Abend - ein intensives und ertragreiches Arbeitsprogramm.

Die berufspolitischen Schwerpunkte der DK 1/ 2007 waren:

  • Tarifpolitische Position zur Vergütung der PiA
    Nach langer und intensiver Diskussion hat die DK jetzt eine klare Position für die weiteren Verhandlungen bzgl. der Vergütung der PiA im Rahmen ihrer praktischen Ausbildung festgelegt. Die DK beschloss, dass die Vergütung der PiA im Rahmen ihrer Ausbildung in Zukunft auf der Basis ihrer bereits erworbenen Qualifikation als Diplom-Psychologen, d.h. in Entgeltgruppe 13 des TVÖD erfolgen muss. Für Diplom-Psychologen fordert der Verband ebenfalls Entgeltgruppe 13, für die Psychologischen Psychotherapeuten Entgeltgruppe 15. Damit ist eine wesentliche Grundlage für die Forderungen des BDP gegenüber Gewerkschaften, Arbeitgebern und Ausbildungsinstituten gelegt.
  • Beitragsermäßigung für PiA und Studierende
    Auf Antrag der Sektion VPP beschloss die DK eine deutliche Reduktion der Beiträge für Studierende und PiA. Mit nur noch EUR 25,- pro Jahr ist jetzt eine Beitragseinstufung erreicht, die bedeutet, dass die vollzahlenden Mitglieder des Verbandes die Leistungen für Studierende und PiA zu einem wesentlichen Teil mitfinanzieren. Der BDP wird damit für diese Gruppen noch attraktiver.
  • Zertifikat „Coach BDP“
    Die Sektion Wirtschaftspsychologie legte ein umfangreiches Konzept für die Entwicklung und Vergabe eines Zertifikats „Coach BDP“ vor, mit dem der Versuch unternommen wird im boomenden Coaching-Markt Qualitätskriterien zu definieren. Hintergrund des Zertifikats ist die Tatsache, dass wesentliche Kompetenzen und Fähigkeiten eines Coachs zu den Grundqualifikationen von Psychologen gehören. Bei grundsätzlicher Zustimmung zum Anliegen des Konzepts ergab sich in verschiedenen Details jedoch noch weiterer Klärungs- und Abstimmungsbedarf. Das beschlussfähige Konzept wird der DK 2/ 2007 zur Abstimmung vorliegen.
  • „Fachpsychologe Migration“
    Das Thema Migration und Integration stand zum wiederholten Mal auf der Tagesordnung der DK. Die DK beauftragte den Migrationsbeauftragten des Präsidiums festzustellen, durch welche Form der Fort- oder Weiterbildung sich Psychologen, die sich der Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund stellen (von der Psychotherapie über die Leistungs- und Entwicklungsdiagnostik bei Kindern bis hin zum Umgang mit Migranten etwa in den Bereichen Familienrecht oder Verkehr) am besten für die verschiedenen Aufgabenstellungen qualifizieren können. Ein entsprechendes Konzept soll der DK 2/ 2007 vorgelegt werden. Ein neuer Fachpsychologentitel wurden von den Delegierten jedoch abgelehnt.
  • Fusion der Landesgruppen Berlin und Brandenburg
    Quasi als „Vorbild“ für die allgemeine Politik haben die Landesgruppen Berlin und Brandenburg im 1. Quartal 2007 ihre Fusion beschlossen, die jetzt von der DK bestätigt wurde. Damit ist die Voraussetzung gegeben, um die zur Verfügung stehenden Ressourcen für die Mitglieder in den beiden Landesgruppen noch wirksamer als bisher nutzen zu können.
  • Berufsbezeichnung Bachelor/ Master
    Im Hinblick auf die zu erwartenden Absolventen der neuen Bachelor-/ Master-Studiengänge bekräftigte die DK bereits in der Vergangenheit erfolgte Festlegungen dahingehend, dass sich zukünftig nur als Psychologe/ Psychologin bezeichnen darf, wer eine konsekutive Hochschulausbildung als Master in Psychologie abgeschlossen hat. Absolventen einer dreijährigen Bachelor-Ausbildung sollen sich in Zukunft als Bachelor + Supplement, z.B. „Trainingspsychologie“ bezeichnen.
  • Evaluation der Strukturreform
    Im Rahmen von moderierten Gruppen beschäftigten sich die Delegierten am Samstagabend mit einer Evaluation der Strukturreform, die die DK im Jahre 2003 beschlossen hatte. Das Ergebnis waren eine Vielzahl von Rückmeldungen, die inzwischen dem DK-Vorstand, dem Präsidium und der BGSt zur Stellungnahme vorliegen. Zusammen mit diesen Stellungnahmen werden die Ergebnisse in den nächsten Wochen den Delegierten wieder zugeleitet, um die Diskussion über die strukturelle Entwicklung des Verbandes weiterzuführen und wenn möglich im Herbst die notwendigen Entscheidungen zu treffen.

Michael Ziegelmayer

7.5.2007