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Informationsdienst Psychologie - IDP 2/2003
Die Frau mit dem »Sechser im Lotto«
Ein Abend auf dem blauen Sofa von PPiA Dorine Bourger
Vor einem Backsteingebäude in Sichtweite vom Berliner Krankenhaus Prenzlauer Berg warte ich auf Dorine, Dipl.-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin in Ausbildung. Gepflegter Rasen umgibt die Klinik, leider ist das Betreten verboten. Der Aschenbecher vor dem Haus, aufgestellt für alle, die mit der Tabaksteuer das Gesundheitswesen fördern wollen, quillt über. Gestresste Patienten oder gestresste Mitarbeiter? Die Kippen verraten es nicht.
Dorine ist die Letzte an diesem Tag und muss beim Verlassen des Gebäudes die Alarmanlage scharf machen. Wir fahren mit dem Auto in ihre Wohnung. Normalerweise legt sie den täglichen Weg zur Arbeit vom Kreuzberg nach Prenzlauer Berg, vom alten in den neuen Berliner Szene-Bezirk, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Ein Auto steht zur Zeit nicht auf der Prioritätenliste.
Sie ist in Dortmund aufgewachsen, hat dort ihr Abi gemacht und später in Berlin studiert. Danach stand eine Rückkehr nicht mehr zur Debatte. Kreuzberg bietet viel von dem, was sie mag, von der Randale zu bestimmten Anlässen mal abgesehen.
Schon an der Schule war sie wegen einer übersprungenen Klasse immer die jüngste. Auch jetzt gehört sie mit 30 zu den Jüngsten ihrer Gruppe an der Berliner Akademie für Psychotherapie (BAP).
Wir hocken beide auf ihrem blauen Sofa vis-a-vis vom Klavier, der helle Dielenfußboden reflektiert das Licht, das durch das Fenster zum Hof hereinfällt. Später wird sie gestehen, dass eine größere Wohnung mit mehr direktem Licht und einem Balkon ihr Traum wäre. Solange die Ausbildung läuft gehören solche Träume in hintere Schubladen des Denkens.
Dass es die Psychologie sein sollte, fand sie erst nach dem Abi am Leibniz Kolleg in Tübingen heraus. Zuvor hatte sie mit Politologie und Mathematik geliebäugelt. Als sie dann nach Berlin ging studierte sie dennoch zunächst Kulturwissenschaften. Erst im Sommersemester 93 begann es dann mit dem Psychologiestudium an der TU, was sie nie bereut hat. Und so entschieden, wie sie das sagt, glaubt man ihr aufs Wort. Erst gegen Ende des Studiums stand fest, dass es danach weiter in die psychotherapeutische Richtung gehen sollte, nachdem sie sich intensiv mit Klinischer Psychologie beschäftigt hatte. Die Uni war dabei nach ihren Worten sehr prägend. Sie erwähnt mit leuchtenden Augen Eva Jaeggi, die sie als Professorin erlebt hat, gute Seminare in psychoanalytischer Theorie, die sehr engagiert und begeistert vermittelt wurde. Ade Universität!, die ein möglicher Arbeitsplatz hätte sein können. Ade Statistik!, wo sie als Tutorin auch noch einen Fuß in der Tür hatte. Sehr offen spricht Dorine darüber, dass sie sich die Psychotherapie auch erst zutrauen musste, um diese Entscheidung zu fällen. Was wusste sie zu diesem Zeitpunkt über den steinigen Weg der PPiA? »Man weiß, dass es lange dauert, man weiß, dass es teuer wird, und man hat eine vage Vorstellung davon, dass es viel Arbeit bedeutet.« Wie viel Arbeit es wirklich ist, weiß sie erst jetzt.
Im Sommer 2000 beendete sie ihr Studium, hatte sich aber vorher schon in Berlin nach Instituten umgesehen, die Psychoanalyse oder Tiefenpsychologie anbieten. Nach der Sichtung des gesamten Informationsmaterials und Gesprächen mit einigen Kollegen, die bereits in der Ausbildung steckten, fiel die Entscheidung für eine Bewerbung bei der BAP. Für Psychoanalyse fühlte sie sich einfach nicht reif genug, sagt sie freimütig.
Drei Jahre Ausbildungszeit bot die BAP, das klang besser als 5. In Wahrheit werden es nun doch vielleicht genau diese 5. Nachwuchsmangel aufgrund der schwierigen Ausbildungsbedingungen gab es damals noch nicht, und so wurde der Bewerberin Dorine zunächst einmal auf den Zahn gefühlt, ob sie eine geeignete Kandidatin sei.
Bis heute kann sie nicht genau sagen, wie viel die Ausbildung sie am Ende gekostet haben wird. Das ist für viele ein Unsicherheitsfaktor, mit dem sie nur schlecht leben können schlafraubend und nervtötend. Dorine hat Glück. Sie hat mittlerweile eine feste Stelle als Psychologin an der erwähnten Tagesklinik, wo sie vier Tage in der Woche tätig ist. »Das ist der Sechser im Lotto!« In ihrer 16 PPiA umfassenden Gruppe hat rund die Hälfte eine feste Stelle gefunden, aber kaum jemand in Berlin, kaum jemand entsprechend seiner Ausbildung als Psychologe beschäftigt und bezahlt.
Dem Ausbildungsinstitut muss sie 3 Jahre lang einen monatlichen Beitrag zahlen für Lehrgeld, Gruppen, Selbsterfahrung. Extra Kosten entstehen für Einzel-Selbsterfahrung und Einzel-Supervision. Das bekommen die jeweiligen Therapeuten dann direkt bezahlt. Die Gesamtkosten der Ausbildung wurden ursprünglich auf 40.000 DM geschätzt. Aber es wird mehr werden. Hinzu kommen die Kosten für Wohnung, Kleidung, ein Minimum an kulturellen Eindrücken. Sie will schließlich nicht nur allein Klavier spielen. Bei Verlängerung der Ausbildung endet zwar der monatliche Beitrag, aber eine Gebühr für Verwaltungsarbeit fällt weiter jeden Monat an.
In die Tagesklinik (psychiatrischpsychotherapeutische Einrichtung) kommen Patienten mit ganz unterschiedlichen Krankheitsbildern neurotische Störungen, Persönlichkeits-störungen, Psychosen. Für einige ist es ein Übergang von der Klinik in den Alltag. »Wir bieten ein Wochenprogramm an, das wie eine Arbeitswoche strukturiert ist. 8-16 Uhr, mit ganz unterschiedlichen Therapieangeboten, insgesamt ein relativ straffes Therapieprogramm.«
Dorine erzählt von der Klinik mit ruhiger, sanfter Stimme. Ein Profi spricht über professionelle Arbeit. Sie arbeitet dort als Psychologin und macht Behandlungen. Ihre Leistungen werden gegenüber der Krankenkasse abgerechnet. Zum Teil wird in der Ausbildung anerkannt, was sie in der Tagesklinik beruflich tut. »Es gibt im Rahmen der Ausbildung 600 Stunden psychotherapeutisches Praktikum die lassen sich damit abrechnen.« Auch die Psychiatrie-Stunden könnte sie heute darüber abrechnen, aber die hat sie bereits zu einem früheren Zeitpunkt unentgeltlich absolviert. Ihr psychiatrisches Jahr hat Dorine in Berlin-Weißensee auf einer Station absolviert. Die Weißenseer Klinik hat sie sich damals selbst gesucht, sie stand ursprünglich nicht auf der Liste der Partner der BAP.
»Wenn alles, was du gelernt hast, was ja nicht wenig ist, plötzlich so gar nicht zählt, dann ist das schon demoralisierend.« In der Zeit des Psychiatriejahres geschieht mit den PPiA genau das. »Auf der einen Seite wird man gar nicht wertgeschätzt in dem, was man kann, da ist man die Praktikantin und nicht die Psychologin. Und auf der anderen Seite wird aber erwartet, dass man therapeutisch arbeitet mit den Patienten. Man füllt eine Lücke im Personal, wird aber nicht bezahlt.« Dass die Arbeit nicht honoriert und wertgeschätzt wird, hat für einige Langzeitfolgen. Das geht so weit, dass sie ein Problem haben, einen Patienten um seine Chipkarte zwecks Abrechnung seiner Behandlung zu bitten.
Durch die Weißenseer Klinik kam sie zu ihrer jetzigen Festanstellung. Das unbezahlte Psychiatriejahr machte sich so nachträglich bezahlt. Sie weiß, was für ein Glück sie damit hatte. Die Klinik sieht es anders. Sie hat einer qualifizierten und engagierten Kollegin einen Job angeboten eine sachliche Personalentscheidung ohne Glücksbärchen.
Nach der Zwischenprüfung nach ungefähr anderthalb Jahren, erzählt sie, ist man berechtigt, in die Behandlung einzusteigen und fängt dann an, über die BAP vermittelte Patienten unter engmaschiger Supervision psychotherapeutisch zu behandeln. 600 Stunden muss man da sammeln, jede vierte wird supervidiert von einem beim Institut gelisteten Supervisor zu einem wenig differierenden Honorar. Wenn sie einen Supervisor möchte, der nicht auf dieser Liste steht, entstehen einige bürokratische Schwierigkeiten. Dramatisieren will sie das Problem aber nicht. Überhaupt ist Dorine sehr sachlich, präzise, klar. Nur in wenigen Momenten unseres Gesprächs, wenn sie erwähnt, wie gern sie ausgeht, zum Tanzen oder einfach nur schön essen, verlässt sie diese Ebene und gestattet auch in Gestik und Mimik einen kurzen Einblick in ein verborgenes Temperament.
Das Gespräch mit ihren Eltern vor einigen Jahren über die finanziell anspruchsvollen Pläne der Tochter verlief freundlich entgegenkommend. Von Anfang an hatte sie die Unterstützung ihrer Eltern, so als würde sie weiter studieren. Bis heute kann sie ein Gutteil ihrer Kosten durch familiäre Hilfe decken. Ohne diese Unterstützung hätte sie trotz fester Stelle finanzielle Engpässe. Einige PPiA erhalten wie sie finanzielle Hilfe durch das Elternhaus, andere durch Ehepartner, manche nehmen Kredite auf auf der Basis einer schlecht bezahlten Stelle. Die Vorstellung, zusätzlich zu allen Problemen auch noch den Druck zu haben, dass man irgendwann nach Abschluss der Ausbildung Bafög oder einen anderen Kredit zurückzahlen muss, findet sie unangenehm. Sie überlegt einen Moment und sagt dann, jedes Wort mit Bedacht setzend: »Das führt schon dazu, dass es irgendwann nur noch einen bestimmten Zuschnitt von Psychologischen Psychotherapeuten gibt. Die kommen aus einem mindestens gut bürgerlichen Elternhaus mit gewissem finanziellen Background und aus einer bestimmten sozialen Schicht. Das wird so sein.« Dorine bedauert das, hält es mit Blick auf die Patienten für eine ungesunde Entwicklung. Ihr ist klar, dass die Lobby für die PPiA nicht aus den Kliniken kommen kann. »Dort ist man froh über die billigen Arbeitskräfte, die inzwischen regelrecht eingeplant werden.« Auch ein allgemeines öffentliches Interesse am Problem der PPiA erwartet sie nicht. Die Debatte um die Gesundheitsreform, der Kostendruck das alles absorbiert bereits genug Aufmerksamkeit.
Im Moment arbeitet Dorine ziemlich viel. Mehr als sie in der Therapie einem Patienten empfehlen würde, der in seinem Job dauernd bis an seine Grenzen geht. Da steht sie manchmal neben sich und fragt: Was sage ich dem eigentlich von »mehr auf eigene Bedürfnisse achten «, »nicht immer am Limit arbeiten «. Sie lacht mit mir über diesen Unterschied zwischen Theorie und Praxis, den sie irgendwann korrigieren will in der eigenen Niederlassung. Mal nicht um 8 Uhr anfangen, mal Freiräume lassen für Spontaneität, nicht alle Zeit verplanen… Zukunftsmusik. Wollte ich ihr ein Haustier zuordnen, dann würde ich an einen blauen Kartäuser-Kater denken, sehr schlank, klug, edel und stolz. Der Gedanke an den Kater bringt mich auf die Frage, was Luxus für sie bedeutet. Ihre Antwort: »Luxus ist, wenn ich mein Leben so gestalten kann wie ich es gern möchte zeitlich Dinge tun kann, die ich gern mache und die mir gut tun, wo ich persönlich auftanke, und, dass ich die finanziellen Mittel habe dies zu tun.«
In der Selbsterfahrung Lehrtherapie, wie es bei der BAP heißt hat sie viel über sich herausgefunden. »Es geht darum, die eigene Persönlichkeit gut kennen zu lernen, die eigenen blinden Flecken wahrzunehmen, unbewusste Anteile aufzudecken.«
Selbsterfahrung beim eigenen Institutsleiter, wie sie einigen PPiA begegnet, ist aus ihrer Sicht indiskutabel. Das System bei der BAP, wo Lehrtherapeuten unter Schweigepflicht stehen und bei Gesprächen im Lehrkörper über den Auszubildenden den Raum verlassen müssen, findet sie angemessen und vertraut darauf. »Im Lauf der Zeit entwickelt sich die Selbsterfahrung zu einer wirklichen Therapie, auch wenn man nicht als Patient begonnen hat. Das ist eine Therapie, wie ich sie anderen wünsche.«
Der Prüfung sieht sie ohne Angst entgegen. Eine Zeit lang war noch wenig bekannt, welche Prüfungsinhalte es geben würde. Auch die BAP kannte sie nicht. Jetzt nach 2 Jahren Im-Dunkeln-Tappens nähern sich Ausbildungs- und Prüfungsinhalte einander an. Es wurde extra auch ein Repetitorium eingerichtet, um eventuelle Defizite auszugleichen. Dorine beurteilt die Lage optimistisch: »Wenn man 600 Behandlungsstunden gemacht hat, Supervision genommen und Theorieveranstaltungen besucht hat, dann kann man die Prüfungsfragen beantworten.« Das jedenfalls ist ihr Eindruck, nachdem sie sie mal gesehen hat.
Nach Absolvierung der vorgeschriebenen Ausbildungsinhalte wird sie sich zur Prüfung anmelden. Der Vertrag zwischen ihr und dem Institut gibt ihr Rechtssicherheit in diesen und anderen Fragen. Ein verbindliches Vertragsmodell für alle PPiA und Institute scheint ihr deshalb eine der wichtigsten und realistischsten Forderungen zu sein. Zu viele Merkwürdigkeiten sind auf dem Markt, ohne dass die Behörden eingreifen.
Doch auch Dorines Vertrag ist nicht frei von Schwächen und der von einigen KollegInnen gehegte Gedanke, dass die PPiA an der BAP im Schlaraffenland leben, entlockt ihr denn schon ein kurzes Auflachen. Die halbjährige Kündigungsfrist findet sie frech, zwei Monate würden völlig ausreichen. Auch die bei Überschreitung (die fast alle nötig haben) anfallende monatliche Gebühr stört sie. Diskussionen hat auch die Heraufsetzung des Unkostenbeitrags, den PPiA vom Erlös ihrer Therapiestunden an die Einrichtung zahlen müssen, ausgelöst. Woher die Mehrkosten kommen (von 17 auf 22 Euro pro Therapiestunde), erschließt sich ihnen nicht. Das Gerede am Anfang, irgendwann werde sich die Ausbildung so tragen, könne man voll vergessen. »Das war doch ein bisschen schön geredet«, meint Dorine. Sie hätte sich auch gewünscht, ihre Tagesklinik-Patienten ambulant weiter behandeln zu können, aber das erlaubt die BAP ihr nicht. Geschäftsinteressen stehen vorn an. Dorine kann damit umgehen, wünschte sich aber kulantere Regelungen, um nicht dauernd durch die Stadt »gurken« zu müssen.
Ich erzähle ihr von der vom BDP geplanten Podiumsdiskussion und der Hoffnung, einen Vertreter des Bundesgesundheitsministeriums mit am Tisch zu haben. Würde sie Ministerin Ulla Schmidt persönlich sprechen können, würde sie versuchen, ihr »die Ungerechtigkeiten in der Ausbildung zwischen Psychologen und Ärzten deutlich zu machen sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in Bezug auf den Aufwand. Ich würde versuchen, ihr deutlich zu machen, dass die Kompetenzen, die Psychologen aus dem Studium mitbringen, nicht angemessen honoriert werden. Ich würde ihr gern sagen, dass die Ausbildungsbedingungen erleichtert werden müssen, und ich würde ihr gern die eine oder andere Psychotherapie-Forschungsstudie unter die Nase halten, die relativ klar belegt, dass Psychotherapie zweifelsfrei ihren Wert hat in der Gesundheitsversorgung und sogar zur Senkung der Kosten beitragen kann.« Sie wäre keine schlechte Berufspolitikerin, schießt es mir durch den Kopf.
Nicht nur aus Zeitgründen würde sie sich wünschen, dass Inhalte, die jeder Psychologiestudent schon einmal gelernt hat, völlig aus der Ausbildung verschwinden. »Wieso wird entwertet, was wie schon einmal gelernt haben? Das ist einfach ungerecht.« Das geht nicht an die Adresse der Institute, hier ist der Gesetzgeber gefragt. Weil wir schon bei den Ungerechtigkeiten sind, legt sie gleich noch nach. Die Schmalspurausbildung von Ärzten zum Psychotherapeuten wurmt sie schon sehr. »Da erreichen die Ungerechtigkeiten ein Maß, bei dem auch ich wütend werde«, und sie reckt zur Untermauerung ihrer Worte den schlanken schmalen Oberkörper und wirft den Kopf in den Nacken. »Obwohl wir Psychologen besser vorbereitet sind, müssen wir 600 Stunden machen, die Mediziner nur 150. Das ist heftig. Die Stärke der medizinischen Lobby zeitigt hier Folgen.« Gleichzeitig gehört sie nicht zu denen, die das Psychotherapeutengesetz verteufeln. »Es hat ja auch ein Stück mehr Klarheit geschaffen, was seriöse Angebote sind.« Womit sie nichts gegen noch nicht anerkannte aber berechtigte Verfahren sagen will, gegen die Methodenvielfalt, für die auch der BDP eintritt. Sie schaut sehr nüchtern auf die Lage des Gesundheitswesens. »Wo nichts mehr zu verteilen ist, ist die Bereitschaft weitere Ansprüche zuzulassen gering. Wer weiß, ob in fünf Jahren Psychotherapie überhaupt noch bezahlt wird?« Sagt es und sieht doch nicht so aus, als wären dies vorweggenommene existenzielle Sorgen. Da ist ein in Jahren erworbenes Grundvertrauen in sich selbst, die eigene Leistungsfähigkeit.
Die vereinbarte Zeit ist längst überschritten, wir reden und trinken Tee, mal klingelt das Telefon und sie wartet erst den Anrufbeantworter ab. Mit manchen Leuten muss sie in diesem Moment nicht unbedingt reden. Bei einer Freundin geht sie ran, verabredet sich, gibt mir aber auch danach nicht das Gefühl von Zeitdruck. Empathiefähigkeit gut, realistisches Bild vom Beruf, keinen umfassenden Heilungsanspruch. Mir scheint, sie hat es. Viel Glück Dorine!
Christa Schaffmann
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