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Informationsdienst Psychologie - IDP 2/2003

BDP warnt vor Mängeln bei "Psycho-Hotlines"

Die Beratungsqualität einiger Psycho-Hotlines, die im Internet werben, ist nach Aussagen des Berufsverbandes Deutscher Psychologen zumindest unbefriedigend. Der BDP testete im Auftrag des WDR-Magazins "Markt" mehrere Angebote und stellte bei allen erhebliche Qualitätsmängel fest. Menschen, die sich in Lebenskrisen an solche Hotlines wenden, laufen Gefahr banale bis problematische Ratschläge zu erhalten. Für 1,24 bis 1,83 EUR pro Minute wurde mit geringer Sensibilität auf schwerwiegende Probleme und Symptome eingegangen. Nach künstlich ausgedehnten Telefonaten bekamen die Anrufer u.a. die Empfehlung, sich zusammenzureißen oder einen – nicht existierenden – Facharzt für Schlafstörungen aufzusuchen.

Keine der vier getesteten Hotlines wird von Diplompsychologen betrieben, jedoch werben alle mit Kompetenzen aus therapeutischen Ausbildungskursen, so dass die Qualifikation für den Ratsuchenden schwer durchschaubar ist. Eine Heilpraktikerin, die sich als "Psychologin mit Intuition" bezeichnete, reagierte auf die Anfrage des BDP nach einem Diplom als Voraussetzung für die Berufsbezeichnung Psychologin mit der Schließung der Homepage. Der BDP verweist interessierte Verbraucher auf seine Internetseiten – www.bdp-verband.org, wo Qualitätsmerkmale für telefonische Psychologische Beratung ausführlich beschrieben und Tipps für Anrufer bei Psycho-Hotlines gegeben werden.

Christa Schaffmann

Pressemitteilung
Nr. 4/03 vom 29. April 2003

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