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Informationsdienst Psychologie - IDP 1/2004 Europäische Regelungen gefährden Qualität der Psychotherapie in der BRDBDP-Pressemitteilung zur Niederlassungsfreiheit Jeder EU-Bürger, der in einem Mitgliedsland eine Berufsausbildung absolviert und zwei bzw. drei Jahre in seinem Beruf gearbeitet hat, wird diesen Beruf in naher Zukunft in allen anderen europäischen Ländern ausüben dürfen. Das ist zumindest in dem zur Zeit in den Ausschüssen des Europa- Parlaments diskutierten Richtlinienentwurf so vorgesehen. Der Richtlinienentwurf soll dazu dienen, nationale Barrieren bei Berufen mit unterschiedlichem Regelungsstatus weiter zu erleichtern. Für einzelne staatlich geregelte Berufsausbildungen wie die des Psychotherapeuten in der Bundesrepublik ist eine Erleichterung von Bundestag und Bundesrat bereits im Mai diesen Jahres verabschiedet worden. Die Novellierung des Psychotherapeutengesetzes, mit der das deutsche Recht an die bisherige europäische Richtlinie angepasst wurde, tritt ab dem nächsten Jahr in Kraft. Mit dieser Änderung sind erste Möglichkeiten der Anerkennung von geringer qualifizierten Therapeuten aus den EU-Ländern in Deutschland geschaffen worden. Die Autoren des neuen Richtlinien- Entwurfs setzen nun auf noch größere Niederlassungs- und Berufsausübungsfreiheit. Der Abbau von Barrieren und Hürden ist von allen Seiten gewollt. Die Konsequenzen, so fürchtet der Verband Psychologischer Psychotherapeuten (VPP) im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), werden dabei jedoch nicht in vollem Umfang vorhergesehen. Der VPP/BDP macht darauf aufmerksam, dass Psychotherapie künftig ohne das in Deutschland vorausgesetzte Psychologie- oder Medizin-Studium nach einem beliebigen Hochschulstudium mit entsprechender Ausbildung und Berufserfahrung von jedem anderen Europäer auch in Deutschland ausgeübt werden kann. Dies auch in Psychotherapieverfahren, die in Deutschland gar nicht zugelassen sind. Damit könnte auch ein Bergbau- Ingenieur, der eine Ausbildung in Kurzzeittherapie absolviert hat, in Deutschland als Psychotherapeut arbeiten. Christa Schaffmann Aus: Report Psychologie, 1/2004 |
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