Der 
Verband
Politik
Publikationen
Profession
Presse
  Pressemitteilungen
  Expertenvermittlung
  Report Psychologie
  Terminliste
  Publikationen



Sektionen
Landesgruppen
BV Studierende
BV Studierende

Akademie
Verlag
Wirtschaftsdienst
Haus der Psychologie
Akademie


Suche auf den Seiten des BDP


    Facebook Twitter
XING LinkedIn
      Kontakt
      Impressum
      Sitemap




Informationsdienst Psychologie - IDP 1/2004

Den Ursachen psychischer Erkrankungen auf der Spur

Fortschritte in der molekularen Medizin und bei den bildgebenden Verfahren haben in den vergangenen Jahren erheblich zur Entschlüsselung der Ursachen psychischer Störungen beigetragen. So zu der Erkenntnis, dass es sich bei psychischen Erkrankungen auch um Erkrankungen des Gehirns handelt und dass alle psychischen Erkrankungen zwar nicht genetisch verursacht, aber doch genetisch beeinflusst sind.
In der jüngeren Vergangenheit sind auf beiden Ebenen große Fortschritte erzielt worden: Bildgebende Verfahren wie die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) belegen, dass psychische Erkrankungen entgegen früherer Vermutungen mit Störungen der Hirnfunktion, häufig auch mit Veränderungen der Hirnstruktur einhergehen. Zwar finden sich keine krankheitstypischen Hirnschädigungen wie dies bei den meisten neurologischen Erkrankungen der Fall ist. Stattdessen wurde z.B. bei der Depression ein verringertes Volumen in der für Gedächtnis und Gefühlsleben besonders wichtigen Struktur des Hippocampus festgestellt; bei der Schizophrenie finden sich im Frontalhirn und im limbischen System zahlreiche Veränderungen in Struktur und Funktion. Diese Abweichungen sind zumindest teilweise schon vor der Erkrankung bzw. bei noch gesunden Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko vorhanden.
Sehr schwierig ist die Erforschung der biologischen Ursachen von Depressionen. Dies liegt vor allem an dem starken Einfluss von früheren und späteren Lebensereignissen und deren Zusammenspiel mit der genetischen Veranlagung des Einzelnen. Sehr belastende Lebensereignisse wie z.B. körperlicher Missbrauch führen zwar bei vielen, nicht aber bei allen Menschen zu psychischen Störungen. Warum das so ist, konnte jetzt in einer jüngst in »Science« publizierten neueren Studie gezeigt werden: Diejenigen Betroffenen, die eine spezifische genetische Variante aufweisen, reagieren bevorzugt nach kindlichen Missbrauchserfahrungen mit Depressionen im Erwachsenenalter. Diese genetische Variante führt zu einer Beeinträchtigung bei der Stressverarbeitung. Und übermäßiger Stress - auch das ein Ergebnis neuer Forschungen - ist mitverantwortlich für die Entstehung von Depressionen.

Hans-Werner Drewe

Aus: Report Psychologie, 1/2004

[ Diesen Text als Word-Dokument ]
[ Übersicht ]