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Informationsdienst Psychologie - IDP 2/2004

Zu viele verschenkte Siege

BDP-Umfrage unter Sportverbänden zeigt wachsendes Interesse an psychologischer Beratung und Betreuung

Eine Umfrage des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen unter Sportverbänden hat ergeben, dass professionelle sportpsychologische Betreuung von 22,7 % der Befragten ständig, von 31,8 % manchmal, von 13,6 % selten und von 31,8 % nie in Anspruch genommen wird. Auf ein Team kommen im Durchschnitt 1,5 Betreuer, so dass für fünf Sportler etwa ein Betreuer zur Verfügung steht. BDP-Präsidentin Gertraud Richardt begrüßt die gewachsene Aufgeschlossenheit von Sportfunktionären und Sportlern gegenüber der Arbeit mit speziell ausgebildeten Diplom-Psychologen. Die Ablehnung von knapp 40 Prozent gebe jedoch immer noch zu denken. Hinter dieser Zahl stünden verschenkte Medaillen, Schicksale von Trainingsweltmeistern, die im Wettkampf nie aufs Treppchen kommen und Fälle, in denen Sportler aus einem Tief nicht oder nur sehr langsam herausfinden. Diese Ablehnung durch eine Reihe von Verbänden sei um so weniger verständlich, als inzwischen jede Menge positiver Ergebnisse vorliegen. Die Erfahrung mit den Sportpsychologen bewerteten 18,2 Prozent als durchweg positiv und 81,8 Prozent als positiv. Die angebotenen Bewertungen "zufriedenstellend", "eher weniger hilfreich" und "sinnlos" wurden von keinem der Befragten gewählt.
Die verbalen Aussagen zu Bereichen, in denen Sportpsychologen eingesetzt wurden und wirksam geworden sind, zeugen von einem großen Tätigkeitsfeld. Genannt wurden u.a. die Vorbereitung auf Weltmeisterschaften und Olympische Spiele. Die Verbände sehen Erfolge in der Teambildung, beim Abbau von Spannungen im Team, und in der Wettkampfanalyse. Auch der einzelne Sportler profitiere mental, u.a. in Bezug auf die Kampfkonzentration, die Ausprägung des Finalkampfwillens und das Selbstbewusstsein. Für noch ausbaufähig halten die Befragten psychologische Arbeit beim Umgang mit dem Versagen, mit dem "Pressing" anderer Mannschaften sowie bei der Ausbildung der Trainer. Es wurde der Wunsch geäußert, dass Psychologen so wie Trainer, Co-Trainer und Physiotherapeuten ständige Begleiter einer Mannschaft seien und nicht so sehr Feuerwehr in bestimmten Situationen.

BISp fördert sportpsychologische Arbeit

Die Spannweite der vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) geförderten psychologischen Arbeiten umfasst im Hinblick auf Athen 2004 Studien zu den Konsequenzen der Regeländerungen im Stabhochsprung durch psychologische Trainingsmaßnahmen bei den A-Kader-Athleten. Die Technikoptimierung über mentale Trainingsmethoden wird sehr erfolgreich im Volleyball in Nationalkadern der Juniorinnen- und der Damenmannschaft über BISp-Projekte gefördert. Im Fußball läuft derzeit zusammen mit dem DFB im Nachwuchsleistungsbereich ein interdisziplinäres Projekt zur Reduktion der zunehmenden Knie- und Sprunggelenksverletzungen, in dem auch psychologische Diagnose- und Trainingsverfahren über die gesamte Saison hinweg systematisch eingesetzt werden.
Als besondere Serviceleistung für den Spitzensport bietet das BISp seit September 2002 über die BISp-Website "Sportpsychologie im Leistungssport" (s.u..) ein sportpsychologisches Informations- und Kontaktportal für den Leistungssport an.
Im Informationsportal werden umfassende Informationen zu allgemeinen Fragen über Inhalte, Themen und Arbeitsfelder der Sportpsychologie im Leistungssport sowie über praxisrelevante aktuelle wissenschaftliche sportpsychologische Literatur, Forschungs- und Erfahrungsberichte gegeben. Zudem steht ein Diskussionsforum zur Verfügung, in dem Meinungen zu sportpsychologischen Themen, Wünsche, Ratschläge etc. untereinander ausgetauscht werden können.

Christa Schaffmann

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