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Informationsdienst Psychologie - IDP 3/2004

Fußball-Nationalelf braucht nicht nur einen neuen Trainer

BDP: Ohne Psychologen können wir die WM vergessen!

Rudi Völler hatte Ende des vergangenen Jahres mit Blick auf die EM den Einsatz eines Psychologen erwogen. Zu diesem Zeitpunkt herrschte dafür unter dem Eindruck der Depression von Sebastian Deisler eine gewisse Aufgeschlossenheit in den Reihen des DFB. Selbst der Präsident des Deutschen Fußballbundes Gerhard Mayer-Vorfelder konnte sich einen Psychologen für die Nationalmannschaft vorstellen "Der Druck auf die Spieler wird immer größer. Für einige wäre deshalb der Einsatz eines Psychologen wirklich sinnvoll", erklärte er.
Der damalige Leverkusen-Manager Reiner Calmund ging sogar noch weiter. Er sprach davon, dass ständige psychologische Beratung - wie sie in anderen Ländern üblich ist - wünschenswert sei und jeder Bundesligist über die Einstellung eines Psychologen nachdenken sollte.
Noch kurz vor Beginn der EM fordert Fußballnationalspieler Fredi Bobic in der Fernsehsendung "Menschen bei Maischberger" psychologische Betreuung für Fußballstars. "Gerade junge Spieler seien im Fußballgeschäft ungeheurem Stress ausgesetzt. Psychische Erkrankungen wie im Fall Sebastian Deisler, aber auch Alkohol und Drogen sind immer häufiger ein Thema."

Am Ende entschied der DFB nach Gesprächen mit dem Trainer und dem medizinischen Stab der DFB-Auswahl dennoch anders. Wie hatte Völler so schön gesagt: "Die Jungs können mich auch Tag und Nacht anrufen. Aber ich frage mich: reicht das?" Gereicht hat es offenbar nicht. Klassische Probleme wie Motivation, Kommunikation, Mental Power, Angst vor dem Versagen, Mut zum Angriff, Willensstärke, Teamgeist sind im Spiel der deutschen Mannschaft in Portugal wieder einmal deutlich geworden. Völlers Rücktritt und die Berufung eines neuen Trainers entheben den DFB nicht der Verantwortung, sich dem Thema Sportpsychologie noch einmal zu stellen. "Nach dem Ausscheiden bei der EM ist es höchste Zeit, die zahlreichen sportpsychologischen Möglichkeiten auch auf der Ebene der Nationalelf auszuschöpfen und sie nicht in einem völligen Missverständnis von Psychologie auf die Verhinderung von Krankheitsfällen zu reduzieren", meint Sportpsychologe Cord Bitter (BDP). Das wird den Psychologen so wenig gerecht, wie wenn man an einem Fußballer ausschließlich seine Fähigkeit, 11-Meter-Bälle in Tore zu verwandeln, schätzen würde. Das eine wie das andere ist eher die Ausnahme als die Regel. Dem neuen Trainer der Nationalmannschaft, egal ob er Hitzfeld, Daum oder noch anders heißen wird, sollte nach Bitters Meinung vor Vertragsschluss die Gretchenfrage gestellt werden: Wie hältst du es mit der Psychologie? "Ohne Psychologen können wir die WM vergessen!"

Christa Schaffmann

Pressemitteilung 8/04 vom 30. Juni 2004

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