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Informationsdienst Psychologie - IDP 3/2004 BDP: Hamburger Senat verhindert Therapie für FolteropferBehandlungszentrum muss schließen In Hamburg droht die Schließung des Behandlungszentrums "accept" der Gesellschaft zur Unterstützung von Gefolterten und Verfolgten. Die Behörde für Soziales und Familie hat die Streichung der Fördermittel für "accept" angeordnet. Da es sich um die einzige Anlaufstelle dieser Art für Kriegs- und Folteropfer in Hamburg handelt, muss eine drastische Verschlechterung der Situation von Betroffenen befürchtet werden. Der BDP macht darauf aufmerksam, dass es heute schon viel zu wenig niedergelassene Psychotherapeuten in Hamburg gibt, traumatisierte Flüchtlinge und Folteropfer also nicht in den Bereich der psychotherapeutischen Versorgung vor Ort ausweichen können. Erschwerend kommt hinzu, dass Psychotherapie - anders als ein chirurgischer Eingriff - z.B. die Beherrschung der Sprache durch den Therapeuten voraussetzt oder mindestens der Mithilfe spezialisierter Dolmetscher bedarf. ... Nach den Forschungsergebnissen der Politischen Psychologie ist gerade die Versorgung von Folteropfern und Verfolgten langfristig von großer Wichtigkeit: Sie beeinflusst die Beziehungsqualität ganzer Familien und damit insbesondere die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen. Der Umgang mit politisch traumatisierten Menschen hat eine weit reichende Signalfunktion für ihre Herkunftskulturen und -gruppen: Die Bereitschaft, für Opfer von Menschenrechtsverletzungen einzutreten, ist Teil der internationalen interkulturellen Kommunikation. Der BDP fordert den Hamburger Senat auf, die Mittelstreichung zu überprüfen, die nicht nur als Sparmaßnahme, sondern auch als politisches Signal verstanden werden muss. Christa Schaffmann Pressemitteilung 11/04 vom 22. Juli 2004 |
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