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Informationsdienst Psychologie - IDP 2/2005
Psychologen fordern fachliche Beratung für Verkehrssünder
Nicht jede angebliche Hilfe bringt die Fahrerlaubnis zurück
Europa wird künftig über ein einheitliches Fahrerlaubnisrecht verfügen.
Die Weichen dafür werden zurzeit gestellt. Verkehrspsychologen aus den
maßgeblichen deutschen Verbänden haben deshalb notwendige Harmonisierungsschritte
auf europäischer Ebene erörtert. In diesem Zusammenhang setzten sich
die Verkehrspsychologen für eine fachliche Beratung aller Kraftfahrer ein,
denen die Fahrerlaubnis entzogen wird. Diese Beratung sollte bereits nach der
richterlichen Entscheidung und nicht erst kurz vor dem MPU-Gutachten (im Volksmund
häufig als "Idiotentest" bezeichnet) einsetzen. Viele Kraftfahrer
würden bislang zu spät oder an falscher Stelle - bei Erfolg versprechenden
Scharlatanen - Rat suchen.
Adalbert Allhoff-Cramer, Vorsitzender der Sektion Verkehrspsychologie des Berufsverbandes
Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) dazu: "Die gegenwärtige
Situation erlaubt es vielen Kraftfahrern, nach dem Entzug der Fahrerlaubnis
den Kopf in den Sand zu stecken und notwendige Veränderungen hinauszuschieben.
Wir plädieren dafür, durch Fachleute sehr zeitig die individuellen
Voraussetzungen zu prüfen und auf den Einzelnen zugeschnittene Empfehlungen
zu geben. Das kann keine Ratgeber-Literatur leisten."
Die Verkehrspsychologen verweisen auf die Klagen vieler Kraftfahrer nach der
Fahreignungsbegutachtung, sie hätten nicht gewusst, worauf es ankomme.
So könnten Monate oder gar Jahre vergehen bis zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis,
meint Allhoff-Cramer. Mit seinen Kollegen aus dem Arbeitskreis ist der BDP-Funktionär
sich einig, dass gesetzliche Regelungen für eine fachliche Beratung der
Betroffenen die beste Lösung sind. Vergleichbare richterliche und behördliche
Anordnungen gebe es schon jetzt, etwa für die Teilnahme an Aufbauseminaren
von Fahranfängern nach wiederholten Verkehrsauffälligkeiten in der
Probezeit.
Pressemitteilung
Nr. 20/05 vom
5. August 2005
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