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Informationsdienst Psychologie - IDP 3/2005

Sicherheitstrainings in der Seeschifffahrt unter Berücksichtigung multikultureller Besatzungen

 Forderungen der International Maritime Organisation (IMO) für Sicherheitstrainings in der Seeschifffahrt ergaben sich aus einer Reihe schwerer Schiffshavarien und Fährunglücken (z.B. Estonia, 1994) sowie aus einer zunehmenden Gefährdung durch externe Gewalt wie terroristische Übergriffe und Piratenüberfälle. Zu den Ausbildungsforderungen der IMO für Schiffsbesatzungen gehört neben der Befähigung zur Gefahrenvorbeugung und Notfallbewältigung einschließlich der Abwehr terroristischer Übergriffe auch die „Führung von Menschenmengen“ bei Notfällen und Evakuierungen auf Passagier- und Ro-Ro-Fahrgastschiffen (Personen- und Fahrzeug-Fähren). Prof. Hans-Joachim Jensen macht dies zu seinem Thema beim Deutschen Psychologentag in Potsdam.

Wesentlichstes Merkmahl ist eine ausgeprägte hierarchische Abstufung, spezialisierte berufliche Funktion und vor allem eine heterogene Besatzung. Diese multikulturelle und multilinguale Besatzung setzt sich zusammen aus ostasiatischen Besatzungsmitgliedern wie Philippinen, Gilbertesen aber auch Russen, Ukrainern, Polen, Kroaten etc. Auf Seeschiffen unter deutschem Management sind in der Regel nur noch der Kapitän und ein oder zwei weitere Schiffsoffiziere (1. Offizier und leitender Ingenieur) Deutsche.

Eine multikulturelle und multilinguale Besatzung mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Kenntnissen behindert gerade auch in kritischen Situationen eine gegenseitige Orientierung, Einschätzung und vor allem Verständigung. So haben nichteuropäische Besatzungsmitglieder ein völlig anderes Zeit-, Führungs- und Aufgabenverständnis sowie eine ausgeprägte kollektive Orientierung und Identität. Akkulturationsanforderungen führen zu erheblichen Orientierungsschwierigkeiten und Verunsicherungen. Von deutschen Schiffsoffizieren wird häufig die Verlässlichkeit ausländischer Besatzungsmitglieder in der Krisenbewältigung an Bord angezweifelt und vor allem auch auf die Sprachprobleme hingewiesen.

Mit welchen Themenschwerpunkten und Inhalten sich Die Sicherheitstrainings unter diesen Bedingungen beschäftigen müssen, erfahren Interessenten am

Freitag, 11.11.2005
R 0 226 Hugo Münsterberg
14.30 Uhr

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