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Informationsdienst Psychologie - IDP 3/2005

Notfallpsychologische Versorgung versus Chaos

Wer braucht was durch wen wann wie lange wo?

Notfälle erzeugen Ausnahmesituationen und oft Chaos. Offene Fragen und ungeklärte Zuständigkeiten können im Ernstfall die Hilfe extrem behindern, hinauszögern oder verschleppen. Die besten Mittel gegen Chaos sind bewährte Strukturen und klare Organisation, meint Clemens Hausmann, der das Thema beim Deutschen Psychologentag in Potsdam aufgreift.

Für eine rasche, professionelle und effiziente Hilfe ist es entscheidend, bereits im Vorfeld folgende Punkte möglichst genau zu definieren:

  1. Indikation und Zielgruppen
  2. Zeitpunkt, Ort und Dauer der Interventionen
  3. spezifische Methoden und Maßnahmen
  4. Ausbildung der Intervenierenden
  5. Kooperation der Helfer, Berufsgruppen und Institutionen

Notfallpsychologische Versorgungsstandards orientieren sich an der zeitlichen Struktur (Vorbereitungs-, Akut-, Stabilisierungs-, Weiterbetreuungsphase) sowie an den drei Ebenen der Hilfe (einfache soziale Unterstützung, psychosoziale Betreuung, spezifisch-professionelle Hilfe). Ohne verbindliche Standards ist eine Kooperation innerhalb der Teams und zwischen den Helfergruppen fehleranfällig und konfliktträchtig. Dem Chaos der Notfallsituation ist mit organisatorischem Chaos nicht beizukommen.

Freitag, 11.11.2005
R 0 229
16.30 Uhr

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