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Informationsdienst Psychologie - IDP 3/2005

Der "Messerstecher" im Inneren Team – Beratung von jugendlichen Straftätern

In der therapeutischen Arbeit mit Straftätern wird immer wieder das Fazit gezogen „nothing works“. In einer Pilotstudie hat Evelynn Barth neun straffällige Jugendlichen mithilfe des Inneren Teams (Schulz von Thun) beraten, um mit ihnen gemeinsam ihre Innenwelt zu erkunden. Das Innere Team ist ein anschauliches Modell aus dem Bereich Beratung und Training, mit dem sich innere Regungen, Wünsche, Gefühle und Bedürfnisse als „Teammitglieder“ bildhaft darstellen lassen.

Ziel der Beratungen war es, mit den jugendlichen Straftätern ein gefühltes Verhältnis zu ihren Taten aufzubauen und alternative Handlungsweisen für die Zukunft zu erarbeiten. Die Probanden befanden sich zum Zeitpunkt der Untersuchung bereits in einer Haftanstalt und hatten also einen äußerst ungünstigen Lebensweg eingeschlagen. Eine Änderung ist jedoch nur in Sicht, wenn diese Jugendlichen über sich und ihr Leben reflektieren. In ihrer Diplomarbeit zeigt Barth, dass Selbsterforschung auch mit Straftätern durchaus möglich ist. Mit kleineren Anpassungen hat sich das Modell des Inneren Teams auch bei dieser speziellen Klientel als exzellente Hilfe zur Selbstexploration erwiesen. Das Modell erlaubt es, die innere Dynamik der begangenen Gewalttaten gemeinsam zu erarbeiten und anschaulich bildhaft darzustellen.

Die wahrhafte Beschäftigung mit den eigenen Taten ist ein erster und unerlässlicher Schritt in der Resozialisation von jugendlichen Straftätern. Durch diese Form der Selbstreflexion können die Jugendlichen die Richtung ändern und einen positiven Lebensweg einschlagen. Barth berichtet beim Deutschen Psychologentag in Potsdam von ihrer Arbeit.

Freitag, 12.11.2005-08-26
R 0246 Anna Freud
9.00 Uhr

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