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Informationsdienst Psychologie - IDP 3/2005

Ist eine Lernstörung in Mathematik durch vorschulische Förderung beeinflussbar?

Antje Günther, Nicole Trautewig, Wolfgang Lehmann, Claudia Quaiser-Pohl & Jeanne Rademacher von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Universität Trier sind dieser Frage nachgegangen und präsentieren ihre Ergebnisse beim Psychologenkongress in Potsdam. Die Dyskalkulie als eine ausgeprägte Lernstörung im Bereich Mathematik zeigt sich sowohl in mangelndem Zahlen- und Zahlraumverständnis als auch in weit unterdurchschnittlichen Rechenfähigkeiten. Ca. 10% aller Kinder sind rechenschwach und bedürfen daher besonderer Förderung.

Erste Schwierigkeiten dieser Kinder fallen bereits im Vorschulalter auf.
Ziel der vorgestellten Studie war die Entwicklung und Evaluation eines Förderprogramms zur altersgemäßen Förderung allgemeiner intellektueller, insbesondere mathematischer Fähigkeiten im Kindergarten. Das Förderprogramm umfasst die kognitiven Bereiche Visuelle Differenzierungsfähigkeit, Räumliches Vorstellen, Zahlbegriff, Mengenauffassung, Einfache Rechenoperationen, Umgang mit Symbolen, Erfassen abstrakt-logischer Zusammenhänge sowie Ursache-Wirkungs-Beziehungen. Die daraus entwickelte Handreichung für die PädagogInnen in der Einrichtung gibt Anregungen, wie mathematische und allgemeine intellektuelle Fähigkeiten gefördert und Defizite verringert werden können.

An der Untersuchung nahmen 97 Magdeburger Vorschulkinder (54 Jungen, 43 Mädchen; Alter: M=6.23 Jahre; SD=0.35) teil. Sie wurden anhand der Vortestergebnisse einer Trainings- und einer Kontrollgruppe zugeordnet. Signifikante Effekte des Förderprogramms als Vergleich zwischen der Trainings- und der Kontrollgruppe im Nachtest fanden sich in drei Bereichen: Räumliches Vorstellen, Mengenauffassung, Einfache Rechenoperationen.

Donnerstag, 11.11.2005
R 0 226 Hugo Münsterberg
15.30 Uhr

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