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Informationsdienst Psychologie - IDP 3/2005 Mobilität im Alter – ein ZukunftsthemaDie Staaten Europas beginnen, sich angesichts der bekannten demographischen Veränderungen auf eine Verkehrswelt einzustellen, die in viel stärkerem Maße als bisher von der (motorisierten) Verkehrsteilnahme älterer Menschen und damit von deren Interessen und Möglichkeiten her geprägt sein wird. Eine Ausgrenzung Älterer, beispielsweise durch Umwelten und Fortbewegungsmittel, die den Möglichkeiten und Grenzen älterer Menschen nicht angepasst sind, ist weder aus ethischer noch praktischer Sicht akzeptabel. Deshalb wurde die Mobilität der Senioren, insbesondere deren Verkehrsbeteiligung, in den vergangenen Jahren verstärkt zum Gegenstand wissenschaftlicher Studien gemacht. Heinz Jürgen Kaiser, Institut f. Psychogerontologie der Universität Erlangen-Nürnberg, und weitere Referenten widmen sich diesem Thema beim Psychologenkongress in Potsdam. (Nicht nur) unter Gerontologen ist unstrittig, dass Mobilität ein bedeutsamer Aspekt der Lebensqualität im Alter und sogar eine deren Voraussetzungen ist. Allerdings ist die Mobilität im Alter durch verschiedene Faktoren bedroht: Der Verlust an körperlicher Beweglichkeit, die Verschlechterung psychischer und psychomotorischer Funktionen, technische, bauliche und soziale Bedingungen erzeugen Hemmnisse und Barrieren. Der für ältere Menschen so notwendige Erhalt der Mobilität erfordert es, diese Hemmnisse so weit wie möglich zu minimieren oder ganz zu beseitigen, wobei die Maßnahmen zum Wohle älterer Menschen sich selbstverständlich an der Art des Problems orientieren müssen. Eine der möglichen Problemlösungen besteht in der Förderung automobiler Mobilität auch für Menschen im höheren Lebensalter. Die vorliegende Forschung zeigt, dass eine solche Förderung keineswegs fahrlässig, sondern verantwortbar ist. Psychologen und Pädagogen, Ingenieure und Techniker, Städteplaner und Politiker finden hier ein zukunftsweisendes Aufgabenfeld. Zukunftsweisend ist es, weil sich nicht nur der Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft überhaupt erhöht, sondern besonders und überproportional der Anteil derjenigen älteren, die als Autofahrer unterwegs sind. Notwendig ist in dieser Situation eine enge, fachübergreifende Zusammenarbeit aller einschlägigen Fachleute unter Mitarbeit der Betroffenen, nötig ist aber auch ein liberaler, vorurteilsfreier Umgang der Menschen miteinander in unserer Gesellschaft. Freitag, 11.11.2005 [ Übersicht ] |
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