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Informationsdienst Psychologie - IDP 3/2005 Erst nach 7 Jahren die richtige DiagnoseAnalyse der ZAV 2005: Bedarf an Psychologen steigt Manfred Bausch stellt beim Psychologenkongress die wichtigsten Ergebnisse einer Analyse der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung der BA vor. Laut Mitteilung des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen, haben besonders psychische Erkrankungen in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Die Zahl der auf psychische Erkrankungen zurückgehenden Krankmeldungen ist bei den der Berechnung zugrunde liegenden Krankmeldungen von knapp elf Millionen AOK-Mitgliedern seit 1994 um 74,4 Prozent gestiegen. Nach einer neuen Studie der DAK dauert es durchschnittlich 7 Jahre, bis psychische oder psychosomatische Krankheiten richtig diagnostiziert werden. „Statt frühzeitig psychische Belastungen, soziale Problemlagen und den Umgang des Patienten mit der eigenen Krankheit in die Behandlung einzubeziehen, konzentrieren sich ärztliche Diagnosen oft nur auf körperliche Faktoren. Die Folge: weitere kostenintensive ambulante Untersuchungen und Behandlungen, Aufenthalte im Akutkrankenhaus, lange Arbeitsunfähigkeitszeiten und hoher Medikamentenkonsum“. Auch psychologische Beratungsstellen melden eine stark zunehmende Nachfrage; vor allem junge Menschen suchen in ihrer Verzweiflung den Rat von Therapeuten und psychologisch vorgebildeten Beratern. Dabei stehen immer häufiger Suizidkrisen, selbstverletzendes Verhalten Jugendlicher, Ess-Störungen, Beziehungsstörungen, delinquentes Verhalten, Verlust von Bindungsfähigkeit und Trennungs- und Scheidungsproblematik im Mittelpunkt der Beratung. Sechs Monate Wartezeit für einen Behandlungstermin Alle diese Befunde deuten auf eine nicht ausreichende Infrastruktur für die Versorgung psychisch kranker Menschen hin. Bis zu sechs Monate Wartezeiten auf einen Behandlungstermin bei einem Psychologischen Psychotherapeuten mit Kassenzulassung, aber auch lange Wartezeiten bei kommunalen, kirchlichen und sonstigen gemeinnützigen Beratungsstellen, verbunden mit Fehldiagnosen von Hausärzten, vermitteln eher ein düsteres Bild der Versorgung von Menschen mit psychischen Krankheiten oder Problemlagen. Häufig helfen dann nur noch die für Notfälle vorbehaltenen Ambulanzen an Kliniken. Der lange und steinige Weg der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten mit der anschließenden Unsicherheit, ob die Gründung einer eigenen Praxis aufgrund der Zulassungsbeschränkungen überhaupt möglich ist, steht ebenso im Widerspruch zu den beschriebenen Problemen wie die Kürzung von Mitteln für bisher öffentlich geförderte Beratungsangebote für Menschen in kritischen Lebensphasen. Aber auch in vielen anderen Bereichen ist der Bedarf an psychologischer Kompetenz in den vergangenen Jahren gestiegen, z.B. bei der Inanspruchnahme von Beratungsdienstleistungen durch Führungskräfte der Wirtschaft. Unternehmer und Führungskräfte setzen verstärkt auf Coaches - also psychologisch geschulte Berater, die sich als Sparringspartner für schwierige Lebenslagen andienen. Bei Großunternehmen und großen Mittelständlern wird Coaching inzwischen bis in die mittlere Managementebene hinunter eingesetzt. Die zeitlich begrenzte individuelle Begleitung von Leistungsträgern durch psychologisch geschulte Berater hat in den Konzernen teilweise die standardisierte Weiterbildung für Führungskräfte abgelöst. Insofern besteht ein großer Bedarf an Psychologinnen und Psychologen aller Fachrichtungen, der vor allem aus Gründen der gesamtgesellschaftlichen Kostenersparnis nicht nur im Gesundheitswesen – mittelfristig auch realisiert werden muss. Die vollständige Analyse „Psychologinnen und Psychologen – Hohe Hürden in der Klinischen Psychologie“ kann im Internet unter www.ba-bestellservice.de, Stichwort Psychologen herunter geladen werden. Donnerstag, 11.11.2005-08-26 [ Übersicht ] |
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