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Stellungnahme zur Vorgehensweise betreffend den afghanischen Flüchtling
Daved M.
Mit großer Empörung und mit Unverständnis hat der Berufsverband
Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) die tragischen Konsequenzen der
Festnahme des afghanischen Flüchtlings Daved M. zur Kenntnis genommen.
Daved M. war infolge seiner Festnahme und der angedrohten Abschiebung in der
Hamburger Ausländerbehörde zusammengebrochen und wird aktuell wegen
Suizidgefahr stationär behandelt.
Dass zudem auch noch die Polizei auf Anweisung der Ausländerbehörde
in das Krankenzimmer des jungen Mannes eindringt - unerheblich ob ein illegaler
Aufenthalt verhindert oder eine Abschiebung eingeleitet werden sollte - zeugt
von einer gewaltsamen, ignoranten und verantwortungslosen Haltung gegenüber
einem traumatisierten Menschen. Ein solch rücksichtsloses Vorgehen kann
angesichts der psychischen Verfassung von Daved M. zu einer erneuten Destabilisierung
führen und seinen Gesundheitszustand zusätzlich gefährden.
Wir möchten dabei auch auf den Beschluss des 108. Deutschen Ärztetages
Bezug nehmen, in dem deutlich darauf hingewiesen wird, dass eine stationäre
medizinische Behandlung nur mit einem richterlichen Beschluss zwangsweise beendet
oder unterbrochen werden darf.
Der Berufsverband möchte mit allem Nachdruck darauf hinweisen, dass es
sich im vorliegenden Fall um einen Menschen handelt, der in seinem Heimatland
einen Krieg mit großer Brutalität erlebt hat und dessen Ängste
vor einer Abschiebung begründet sind. Laut
amnesty international ist Afghanistan ein Land, in dem die Kämpfe der Warlords
andauern, die Entwaffnung von Milizen nicht vorankommt und Folter an der Tagesordnung
ist, so Barbara Lochbihler, Generalsekretärin von ai Deutschland, im Rahmen
der Vorstellung des ai - Jahresberichts 2005.
Der Berufsverband möchte hinsichtlich der Geschehnisse seine große
Besorgnis über die restriktive Asylpolitik ausdrücken, die den Boden
für solche Übergriffe gegenüber Flüchtlingen, Migrantinnen
und Migranten überhaupt erst ebnet und darauf hinweisen, dass eine unfreiwillige
Rückführung in ihre Herkunftsländer angesichts der
dort erlittenen Traumatisierung eine ernste Gefahr für die psychische und
auch körperliche Gesundheit dieser Menschen und eine fundamentale Verletzung
ihrer Würde und ihrer Integrität bedeutet.
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