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November 2005
Bildungspolitisches Statement des BDP-Vorstands
- Der BDP fühlt sich dem Prinzip der Europäisierung und Internationalisierung
des Faches und des Berufes verpflichtet. Die Sicherstellung der Vergleichbarkeit
von Qualifikation und Berufsaufgaben ist ein vordringliches Ziel unseres Engagements.
- Der BDP akzeptiert den Bologna-Prozess zur Schaffung eines europäischen
Hochschulraums nur unter der Bedingung, dass die in mehr als 60 Jahren
erreichte hochwertige Ausbildung im Hauptfachstudium der Psychologie erhalten
bleibt und ausgebaut wird.
- Der BDP hat zu diesem Zweck seit 1999 in vorausschauender Weise ein Projekt
zur Harmonisierung von Ausbildung in der Psychologie innerhalb der EFPA maßgeblich
mit unterstützt, das EUROPSY-Modell.
- Der BDP hat wiederholt in diesem Jahr bei verschiedenen Gelegenheiten seine
Unterstützung für die Empfehlungen der DGPS zum konsekutiven Studienmodell
gegeben und betont, daß der Master of Science den dem Diplom äquivalenten
und von uns verteidigten Studienabschluss darstellt.
- Der BDP wird sich im Rahmen seiner Möglichkeit allen Überlegungen
oder Studienangeboten widersetzen, die von diesem Grundsatz abweichen.
- Der BDP hat mit Sorge Bestrebungen an Fachhochschulen über die letzten
10 Jahre zur Kenntnis nehmen müssen. Es wurden Module aus dem Hauptfachstudium
herausgebrochen, um Studiengänge zu schaffen, die eine Ähnlichkeit
mit dem Diplom-Studium provoziert und Arbeitgebern oder Verbrauchern eine solche
suggeriert haben.
- Der BDP hat sich dennoch seit 2004, durch kollegiale Vermittlung seitens
der DGPs eingeleitet, an der Akkreditierung von Mischstudiengängen aus
bekannten Gründen beteiligt.
- Der BDP stellt fest, daß der KMK-Beschluss vom Oktober 2003
in mehrfacher Hinsicht nicht die bisher erreichte hohe Qualifikation der Ausbildung
sicherstellt und zu Verunsicherung und Intransparenz bezüglich der unterschiedlichen
Abschlüsse an Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen mit
gleichen Abschlussbezeichnungen, z.B. Bachelor (Uni) oder Bachelor (FHS)
führt.
- Für den BDP stellt das Ausbildungsmodell der EFPA das zielführende
Modell des Engagements in Ausbildungsfragen dar.
- Das EFPA-Europsy-Modell geht von einer 6-jährigen Qualifikation
zum selbständig arbeitenden Psychologen aus und von zu schaffenden Fort-
und Weiterbildungsmodellen, den "Advanced Diplomas".
- Der BDP setzt sich dafür ein, dass berufsfeldbezogenen Spezialisierungen
frühestens nach dem Master of Science angeboten werden sollen. Hierzu
zählen insbesondere die Ausbildung zum Psychotherapeuten und zum Fachpsychologen
für Verkehrspsychologie u.a.m.
- Der BDP geht davon aus, dass das Psychotherapeutengesetz novelliert
wird und die Eingangsqualifikation ("Abschluss eines Hochschulstudiums
der Psychologie") neu bestimmt werden wird. In diesem Zusammenhang sieht
der BDP als Eingangsqualifikation den Abschluss eines konsekutiven Master
of Science in Psychologie mit Schwerpunkt Klinische Psychologie. Der BDP wird
sich allen Überlegungen widersetzen, andere Eingangsqualifikationen z.B.
Bachelor of Science in Psychology, Bachelor oder Master of Arts der Pädagogik
oder Sozialpädagogik für den Bereich der Psychologischen Psychotherapie
vorzusehen.
- Der BDP geht somit von einer 2. postgradualen Ebene der beruflichen Qualifikationen
aus, d.h. nach einem konsekutiven Studium der Psychologie mit dem Master of
Science-Abschluss werden sich Kollegen weiterbilden wollen z.B. in den
o.g. Spezialisierungen.
- In diesen Fällen erwartet der BDP aufgrund von fundierten Aussagen
aus dem europäischen und nationalen Kollegenkreis, dass zusätzliche
Typologien von Master-Studiengängen entstehen werden, die der beruflichen
Weiterbildung dienen. Diese neuen Typologien werden im Beschluss der KMK
nicht vollständig abgebildet, sondern stellen Qualifikationsbestrebungen
oder Standards jenseits des Regelungsbereichs von grundständigen akademischen
Ausbildungen dar. Sie finden sich z.B. in dem von der EFPA vertretenen EuroPsy-Modell
in der 3.Phase der "Advanced Diplomas" und in der Konzeption
der "Supervidierten
Praxis", die 1 Jahr umfassen soll. Weiterbildungsmodelle in Großbritannien
und Skandinavien bieten europäische Beispiele für diese Bildungsstrukturen
und Bildungsstrategien.
- Am Beispiel der DIN 33430 und anderer von der Föderation angebotenen
Spezialisierungen lässt sich diese Überlegung national weiter
verfolgen. Es handelt sich aus Sicht des BDPs um Bereiche der beruflichen Weiterbildung,
die in der Föderation immer schon im Verantwortungsbereich des BDP gesehen
wurden.
- Der BDP steht zu der von der Föderation am Beispiel der DIN-Norm akzeptierten
Entwicklung, dass unterhalb des Diplom-Abschlusses Tätigkeiten in
der Personaleignungsdiagnostik von Mitwirkenden erbracht werden können,
die eine Teilqualifikation haben. Es ist zu erwarten, dass diese Teilqualifikationen
für Berufsfremde in Business Schools etc angeboten werden, im Sinne der
Ausbildung von psychologischen Fachberufen, wie z.B. dem Psychologisch-Technischen
Assistenten.
- Der BDP ist in mehreren Bereichen der beruflichen Weiterbildung und Spezialisierung
die Kooperation mit der DGPs eingegangen: z.B. Rechtspsychologie, Arbeits- und
Organisationspsychologie, Lizensierung zur Personaleignungsbeurteilung.
- Bei der Umwandlung der Studienstrukturen ergeben sich nun Fragen hinsichtlich
der Integration und Verortung dieser Weiterbildungsangebote oberhalb der neuen
Studienstrukturen.
- Der BDP geht davon aus, dass es der Nachfrage der Kollegen entsprechen
wird, ähnlich wie es im Ausland üblich ist, Zusatzqualifizierungen
möglichst bei einem Anbieter zu erwerben, der das scientist-practitioner-Modell
in den Mittelpunkt stellt.
- Diese Überlegungen veranlassen den BDP, die Aufgabenbereiche der DPA
weiterzuentwickeln und die Gründung einer Psychologischen Hochschule zu
betreiben, die gemäß den o.g. zielführenden Kriterien Weiterbildungsangebote
gestaltet.
- Die DK hat hierzu im November 2005 die ersten Beratungen vorgenommen und
zielorientierte Entscheidungen getroffen. Der Vorstand wurde beauftragt, die
Aufgabenbereiche der DPA auf dem Hintergrund der oben aufgeführten Kriterien
zu erweitern und eine zusätzliche bildungsrechtliche Struktur aufzubauen.
Nach Beratung und Beschlußfassung in der DK ist eben nicht beabsichtigt,
in Analogie oder parallel zu den universitären Bildungsstruktrukturen
ein Hochschulprogramm für die grundständige und konsekutive Ausbildung
im Hauptfach Psychologie zu entwickeln.
- Als Eingangsqualifikation jedweder Programmentwicklung für Psychologen
seitens der Deutschen Psychologen Akademie wurde in den Beratungen der Herbst-Delegiertenkonferenz
2005 festgelegt: der Master of Science in Psychologie.
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