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Inklusion – Integration – Vielfalt

Die Perspektive der Psychologie

Positionspapier des Arbeitskreises Inklusion/Integration im BDP

Menschen mit unterschiedlicher Erfahrung, Herkunft und verschiedenen Fähigkeiten und Potenzialen treffen aufeinander. Sie wollen oder müssen ihr gemeinsames weiteres Leben regeln. Das ist nicht neu und gelingt selten reibungslos. Die Begriffe Integration, Inklusion und Vielfalt (Diversity) beziehen sich alle auf diese Grundsituation, allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Inklusion wird als das Recht zur selbstbestimmten Teilhabe einer Person in der Gesellschaft verstanden, genau so, wie diese Person ist. Inklusion setzt kontinuierliche Veränderungen von Individuen und Institutionen einer Gesellschaft voraus. Dabei spielt die Achtung und Akzeptanz von Heterogenität eine besonders Rolle.

Integration bezieht sich auf spezifische Formen der sozialen Interaktion, u.a. auf Prozesse, in denen sich das Individuum an Standards der Gruppe anpasst und sich im besten Fall harmonisch einfügt. In der aktuellen Diskussion ist vordringlich der Einbezug von Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund in eine bestehende soziale Gemeinschaft gemeint, wobei primär eine Veränderung des Individuums vorausgesetzt wird. Um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, sollen Menschen neue Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen wie z.B. eine neue Sprache erwerben und, falls erforderlich, ihre Einstellungen wandeln.

Vielfalt (Diversity) weist auf die Heterogenität in einer Gesellschaft hin. Der Vorteil von Unterschiedlichkeit des Geschlechts, des Alters, des religiösen und kulturellen Hintergrunds und weiterer in der UN-Menschenrechtscharta genannten Merkmale soll wahrgenommen, geachtet und zum Beispiel für Problemlösungen, für kreative und innovative Prozesse genutzt werden.    

Gemeinsam ist allen das Ziel einer konstruktiven Mitwirkung (Partizipation), um ein friedliches und an ethischen Prinzipien orientiertes Zusammenleben zu ermöglichen.

Die Psychologie leistet auf der Basis wissenschaftlich erwiesener Erkenntnisse des Erlebens und Verhaltens wertvolle Beiträge.

Folgende Beispiele seien genannt:

Wir erklären, warum der Kontakt mit fremden Menschen, aber auch die Konfrontation mit unerwartetem Verhalten Angst auslösen kann und wie sich daraus Aggression entwickeln kann. Dazu gehört die Entstehung von Stereotypen und Vorurteilen, deren Funktion sowie die Haltung und Einstellung der Menschen zu differierenden Lebenskonzepten.

Wir helfen Beteiligten und Betroffenen, ihre Reaktionen und Gefühle gegenüber anderen wahrzunehmen und zu reflektieren. Dazu gehören das Erlernen von Strategien und Techniken, wie man die eigene Unsicherheit und Angst sowohl verstehen als auch aushalten kann, wie man Konflikte vermeiden oder sie bewältigen kann. Voraussetzung dafür ist Offenheit und kontinuierliche Auseinandersetzung damit im engsten sozialen Umfeld wie auch in Organisationen. Dazu gehört auch, eigene Veränderungsnotwendigkeiten, Potenziale und persönliche Begrenzungen zu erkennen und zu akzeptieren.

Wir unterstützen Veränderungsprozesse, sowohl von Individuen als auch von Gruppen und Organisationen, sowie der Gesellschaft. Wir zeigen, wie man Vielfalt als Bereicherung bei der Bewältigung von Aufgaben nutzen kann. Dabei wird Gemeinsamkeit im Handeln erlebt und im Austausch gemeinsam gelernt.  Wir sehen Inklusion und Integration als eine Chance zur individuellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung.

Wir bieten professionelle individuelle und gruppenbezogene Beratung bei individuellen und Problemen im sozialen Kontext an. Mit den Beteiligten erarbeiten wir Konzepte, setzen Coaching und Supervision in Brennpunkten ein und unterstützen als Moderatoren sowie Mediatoren bei der Konfliktbewältigung. 

Im Berufs- und Arbeitsleben beraten wir Führungskräfte und MitarbeiterInnen zur Verbesserung der Zusammenarbeit, bei der Potenzialerkennung, zum Umgang mit hoher Arbeitsbelastung und bei der Bewältigung von arbeitsbezogenen Konflikten.

In den Schulen unterstützen wir die Fachkräfte unter anderem im Umgang mit stark divergierenden Leistungsvoraussetzungen, bei deutlich unterschiedlichem religiösen und kulturellem Hintergrund sowie bei sozial auffälligem Verhalten im Unterricht. Dabei beziehen wir alle Anspruchsgruppen (Behörden, Lehrkräfte, Eltern, MitschülerInnen) ein.
 
Wir bereiten Expertinnen und Experten aus anderen Berufsgruppen (z.B. SozialarbeiterInnen, PädagogInnen, ErzieherInnen, BetreuerInnen, PolizistInnen, Führungskräfte) auf Herausforderungen im Kontext der Inklusion, Integration und Diversität vor.

In den exemplarisch beschriebenen Bereichen verfügen wir über praxisrelevante wissenschaftliche Erkenntnisse und vielfältige Erfahrungen. Wir können die passenden Konzepte entwickeln, sie umsetzen und deren Effektivität überprüfen. Um unsere Fähigkeiten und Kompetenzen zur Geltung zu bringen, müssen wir noch intensiver als bisher den Kontakt zu Verantwortlichen herstellen, um unsere Expertise zu Fragen der Inklusion, Integration und Vielfalt wirksam werden zu lassen.

Positionspapier als PDF

Juni 2017