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Umsetzung des Fallpauschalengesetzes
Brief
Resolution zur Kinder und Krebs
An die
Spitzenverbände der Krankenkassen
und die
Deutsche Krankenhausgesellschaft
sowie weitere (siehe Verteiler)
Herrsching, im Mai 2002
Jährlich werden in pädiatrisch-onkologischen Stationen der Bundesrepublik Deutschland rund 2200 Kinder und Jugendliche mit bösartigen Erkrankungen diagnostiziert, behandelt und in der Nachsorge betreut. Hohe Behandlungsstandards führen heute dazu, dass drei von vier Patienten langfristig geheilt werden können. Ein Großteil der Kinder jedoch lebt eine lange Zeit unter dem Damoklesschwert möglicher Spätfolgen und Rückfälle. Die psychosoziale Versorgung der Patienten und ihrer Familien ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung, ohne den die medizinische Therapie nicht durchführbar ist. Die Notwendigkeit dieser psychosozialen Versorgung wurde sowohl von Elternverbänden als auch von den medizinischen Fachgesellschaften und Politikern erkannt. Nach eingehender wissenschaftlicher Überprüfung wurde sie von den Kostenträgern anerkannt und 1990 in die Regelversorgung übernommen.
Ab 2003 wird ein neues Vergütungssystem nach australischem Muster für Krankenhausbehandlungen eingeführt, geregelt durch das Fallpauschalengesetz (DRGs). In der derzeitigen Diskussion wird die psychosoziale Versorgung krebskranker Kinder nicht ausreichend berücksichtigt und droht aus der Finanzierung herausgedrängt zu werden. Somit ist auch die heutige hohe Qualität der Therapie in der pädiatrischen Onkologie gefährdet.
Erste Ergebnisse von Auswertungen auf Grundlage des australischen DRG-Systems prognostizieren hohe Budget-Verluste für alle Kinderkliniken und -abteilungen aufgrund des höheren Betreuungsaufwands im Vergleich zu Erwachsenen, der bei Anwendung einheitlicher Diagnoseschlüssel nicht honoriert wird.
Wir fordern, dass der heutige Standard der psychosozialen Versorgung als Regelversorgung in der pädiatrischen Onkologie erhalten bleibt. Im Interesse der betroffenen Kinder und Jugendlichen muss die differenzierte Einbindung der psychosozialen Versorgung in das neue Abrechnungssystem der DRGs durch die altersbezogene Unterteilung der Diagnosegruppen und die Ausweisung kindspezifischer DRGs gewährleistet sein.
Gezeichnet von:
Barbara Grießmeier, Vorstandsmitglied
Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie (PSAPOH) AG in der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie,
Univ.-Kinderklinik, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt/M., Tel. (069) 6301-4751
Ulrich Ropertz, Vorsitzender
Deutsche Leukämie-Forschungshilfe Aktion für krebskranke Kinder e.V. (DLFH)
Joachimstr. 20, 53113 Bonn, Tel. (0228) 913 9430
Prof. Heribert Jürgens, Vorsitzender
Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH)
Univ.-Kinderklinik, Albert-Schweitzer-Str. 33, 48149 Münster, Tel. (0251) 83-47742
Verteiler:
Dr. Gerdelmann
Frankfurter Str. 84
53721 Siegburg
Ludwig Huber, Vorsitzender
Frankfurter Str. 84
53721 Siegburg
Dr. Hoberg
Kortrijker Str. 1
53177 Bonn
Willi Budde, Vorsitzender
Kronprinzenstr. 6
45128 Essen
Rolf Stuppardt, Vorstandsvorsitzender
Technologiepark Friedrich-Ebert-Straße
51429 Bergisch Gladbach
Harald Deisler, Geschäftsführer
Weißensteinstr. 70-72
34131 Kassel
Dr. Georg Greve, Geschäftsführer
Pieperstr. 14/28
44789 Bochum
Harald Lühmann, Geschäftsführer
Reimerstwiete 2
20457 Hamburg
Prof. Dr. Fritze
Bayenthalgürtel 26
50968 Köln
Jörg Robbers, Hauptgeschäftsführer
Münsterstr. 169
40476 Düsseldorf
Dr. Bernhard Rochell
Herbert-Lewin-Str. 1
50931 Köln
Frau Müller
Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken
Ludwig-Erhard-Str. 100
65199 Wiesbaden
Ministerialdirigent Georg Baum
Am Propsthof 78a
53121 Bonn
Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Tel. 030-20 91 49 59
e-Mail: presse@bdp-verband.org
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