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Pressemitteilung Problematische Empfehlungen im ZDFGesundheitstipps sind gefragt, die entsprechenden Sendungen im TV haben gute Einschaltquoten. Vertrauensvoll folgen viele Zuschauer den Ratschlägen und Behandlungstipps der zitierten Fachleute. Umso schlimmer, wenn die Macher solcher Magazine sich so weit vom aktuellen Stand der psychologischen Diagnostik und medizinischen Forschung entfernen, wie das in der Sendung "praxis" des ZDF zu Depressionen dieser Tage geschehen ist. Es stimmt einfach nicht, wie in "praxis" behauptet, dass der erste Weg bei einer Depression zum Hausarzt und über ihn zum Psychiater führt und die beste Behandlung durch Psychopharmaka erfolgt. Depressionen werden vom Hausarzt oft nicht erkannt, wie Studien immer wieder belegen. Die Chance, viele in der Vergangenheit nicht behandelte Patienten zu erreichen, ist gerade dadurch gewachsen, dass sich Patienten seit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes 1999 direkt an einen Psychotherapeuten wenden können. Auf diese Möglichkeit, die im Alltag von Zehntausenden Patienten mit Erfolg genutzt wird, hätte unbedingt hingewiesen werden müssen. Die Sendung wird "Mit freundlicher Unterstützung durch die Virtuelle-Apotheke.de" gemacht. Wenn aber Sponsoring zu einer solchen Verschiebung der Gewichte in einer Sendung führt, ist das insbesondere beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen fragwürdig. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen legt Wert auf die Feststellung, dass bei der Vielfalt der Symptome und dem differierenden Schweregrad von Depressionen am Anfang der Behandlung eine sorgfältige Diagnostik stehen sollte. Erst danach kann sachgerecht entschieden werden, ob ein medikamentöser Ansatz notwendig ist, um überhaupt eine Chance für eine Psychotherapie zu haben Dies ist dann angeraten, wenn Schlafstörungen und Grübelphasen überhand nehmen, Suizidgefahr besteht und die normalen Lebensfunktionen nicht mehr ausgeführt werden können. Oft wird ein kombinierter Ansatz von Psychotherapie plus medikamentöse Therapie von Anfang an möglich und sinnvoll.
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