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Pressemitteilung Deislers Erkrankung gehört nicht in die SchlagzeilenBDP hält Berichterstattung über den Bayern-Spieler für ethisch problematisch und irreführend Als ethisch problematisch beurteilt der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) den Umgang mit der Erkrankung des Fußballers Sebastian Deisler. Die öffentliche Debatte über die Persönlichkeitsdimensionen des Bayern-Spielers mit Schlagzeilen wie „Deisler am Ende“ und Mutmaßungen über eine genetische Veranlagung sind aus Sicht des BDP unverantwortlich. Wenn zudem noch Laien in die Kommentierung dieser äußerst differenziert zu beurteilenden Erkrankung einbezogen werden, so ist dies zusätzlich für die gesundheitliche Aufklärung der Bevölkerung kontraproduktiv. Auch die Spekulation darüber, ob genetische Faktoren eine Rolle spielen, hält der BDP für bedenklich. Sie führt eher zur Aufrechterhaltung der Tabuisierung psychischer Störungen und Erkrankungen als zu einem offenen Umgang, und sie suggeriert eine völlig falsche Einteilung von Patienten in unschuldig (weil genetisch bedingt Erkrankte) und zumindest mitschuldig Erkrankte, die es nicht schaffen, mit den Belastungen z.B. der Leistungsgesellschaft umzugehen. Die Depression ist eine der am stärksten verbreiteten Volkskrankheiten. Schätzungsweise leiden 5 Prozent der Bevölkerung - rund vier Millionen Menschen - an einer behandlungswürdigen Depression. Etwa dreimal so groß ist die Zahl derer, die irgendwann im Laufe ihres Lebens an einer Depression erkranken. In vielen Fällen sind solche depressiven Episoden nach wenigen Wochen vorüber, andere dauern Monate oder gar Jahre und können, wenn sie nicht oder nicht richtig behandelt werden einen chronischen Verlauf nehmen. Eine rechtzeitige Diagnostik und psychologisch-psychotherapeutische Behandlung könnte vielen Patienten den Aufenthalt in der Psychiatrie ersparen. Leider steht die psychotherapeutische Unterversorgung und eine noch immer existierende Scham im Zusammenhang mit psychischen Leiden dem entgegen.
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