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Pressemitteilung Deutsch-russischer Meinungsaustausch jenseits der großen PolitikLjudmilla Putina empfing Schulpsychologen in Moskau In Moskau ist es zu einem von den örtlichen Medien mit großem Interesse aufgenommenen ersten erfolgreichen Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen deutschen und russischen Schulpsychologen gekommen. Unter der Schirmherrschaft der Gattin des russischen Präsidenten, Ljudmilla Putina, trafen sich Schulpsychologen beider Länder zu einer Tagung über "Schule ohne Stress", die von der psychologisch-pädagogischen Universität Moskau und dem universitären Zentrum für Notfallhilfe sowie dem Zentrum für die Entwicklung der russischen Sprache mit Unterstützung der Firma Zarubezhgaz organisiert worden war. Offizieller Partner auf deutscher Seite war die Sektion Schulpsychologie im Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP). Putina, die den Eröffnungsvortrag hielt und auch an einer Arbeitsgruppenberatung mit den deutschen Gästen teilnahm, rief dazu auf, Schüler vor Stress zu bewahren und ihr eigenständiges Lernen zu fördern. Die Voraussetzungen für eine professionelle schulpsychologische Betreuung sind in Moskau sehr gut. Auf einen Schulpsychologen kommen 500 Schüler. In Deutschland sind es 16.500. Das vor Jahren gesetzte Ziel von 1:5000 sowie die von Bundesinnenminister Schily nach dem Massaker in Erfurt formulierte Aufgabe, wonach jede Schule in der BRD über einen Schulpsychologen verfügen sollte, ist angesichts knapper Haushaltsmittel in weite Ferne gerückt. Anders als in Deutschland sind Schulpsychologen in Russland bisher den Schulleitern unterstellt, was Putina als dringend reformbedürftig bezeichnete. Angesichts der Forderung nach einer weiteren Erhöhung der Zahl von Psychologen an Schulen warnten die deutschen Teilnehmer davor, Schülern a priori einen Beratungs- bzw. Behandlungsbedarf zu unterstellen. Vielmehr sollten auch organisationspsychologische und andere Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Psychologie für Schulen nutzbar gemacht werden. Im Verlauf der Tagung ging es auch um Antikrisenteams, deren Gründung in Russland vor allem nach dem Anschlag in Beslan auf die Tagesordnung gesetzt worden sind. Eine Fortsetzung des Gedankenaustauschs soll möglichst bald, spätestens jedoch im September 2006 in Köln anlässlich der Bundeskonferenz für Schulpsychologie stattfinden.
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