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Pressemitteilung
Nr. 13/05
15. Juni 2005

Asylpolitik ebnet Boden für Übergriffe

BDP empört über Vorgehen gegen afghanischen Flüchtling Daved M.

Mit Empörung und mit Unverständnis hat der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) die tragischen Konsequenzen der Festnahme des afghanischen Flüchtlings Daved M. zur Kenntnis genommen. Daved M. war infolge seiner Festnahme und der angedrohten Abschiebung in der Hamburger Ausländerbehörde zusammengebrochen und wird aktuell wegen Suizidgefahr stationär behandelt.
Dass zudem auch noch die Polizei auf Anweisung der Ausländerbehörde in das Krankenzimmer des jungen Mannes eindringt - unerheblich ob ein illegaler Aufenthalt verhindert oder eine Abschiebung eingeleitet werden sollte - zeugt von einer gewaltsamen, ignoranten und verantwortungslosen Haltung gegenüber einem traumatisierten Menschen. Ein solch rücksichtsloses Vorgehen kann angesichts der psychischen Verfassung von Daved M. zu einer erneuten Destabilisierung führen und seinen Gesundheitszustand zusätzlich gefährden.
Der BDP stimmt mit dem Beschluss des 108. Deutschen Ärztetages überein, wonach eine stationäre medizinische Behandlung nur mit einem richterlichen Beschluss zwangsweise beendet oder unterbrochen werden darf.

Im vorliegenden Fall handelt es sich aus Sicht des Psychologenverbandes um einen Menschen, der in seinem Heimatland einen Krieg mit großer Brutalität erlebt hat und dessen Ängste vor einer Abschiebung begründet sind. Laut amnesty international (Jahresbericht 2005) ist Afghanistan ein Land, in dem die Kämpfe der Warlords andauern, die Entwaffnung von Milizen nicht vorankommt und Folter an der Tagesordnung ist.

Das Vorgehen der Behörden im konkreten Fall nimmt der BDP zum Anlass, um seine Sorge wegen der restriktiven Asylpolitik in der Bundesrepublik ausdrücken, die den Boden für solche Übergriffe gegenüber Flüchtlingen und Migranten überhaupt erst ebnet. Der Verband weist darauf hin, dass eine unfreiwillige Rückführung in ihre Herkunftsländer angesichts der dort erlittenen Traumatisierung eine ernste Gefahr für die psychische und auch körperliche Gesundheit dieser Menschen und eine fundamentale Verletzung ihrer Würde und ihrer Integrität bedeutet.


Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Glinkastr. 5, 10117 Berlin
Tel. (49) 30 - 209 149 59
Fax: (49) 30 - 209 149 66
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