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Pressemitteilung Migration wird das Thema der Zukunft Landespsychologentag in Freiburg fordert mehr interkulturelle Kompetenz aller
Beteiligten Unter dem Titel "(Im)Migration - Isolation - Integration" fand am 18. Juni in Freiburg der Landespsychologentag Baden-Württemberg statt. Referenten und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein folgten der Einladung der baden-württembergischen Landesgruppe des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP). Vor dem Hintergrund der wachsenden Migrationsströme in und nach Europa
einerseits und der Krise in der EU nach Ablehnung der europäischen Verfassung
andererseits wurde über kulturelle Identitäten, ihren Wandel und die
enorme psychische Arbeit gesprochen, die Migranten überall auf der Welt
leisten müssten. Mit zunehmender Globalisierung sei es unerlässlich,
die daraus erwachsenden Probleme nicht länger zu unterschätzen, sondern
sich ihnen zu stellen. Aufgaben von Psychologen seien dabei u.a. die Beratung
von Unternehmen mit internationalem Personal. Für psychologische Psychotherapeuten
stellten sich u.a. das Problem der Paartherapie bei binationalen Paaren sowie
der Traumatherapie bei Flüchtlingen unter Berücksichtigung kulturspezifischer
Aspekte. Einiges darüber wisse man bereits, vieles sei noch wissenschaftlich
zu untersuchen. Die Teilnehmer setzten sich für mehr Angebote von Psychotherapie in der Muttersprache sowohl im Interesse der Patienten als auch aus Kostengründen ein. Zu oft und zu lange würden Patienten ohne Erfolg therapiert, weil der Zugang über die Sprache nicht gelinge. Während Politiker über EU-Erweiterung und Globalisierung redeten, blieben vielerorts die täglichen Probleme des Zusammenlebens von Menschen verschiedener kultureller Identitäten auf der Strecke. In diesem Zusammenhang wurden die Auszeichnung Stuttgarts für besonders gute Integrationsarbeit und die Wahl eines Migrantenbeirats in Freiburg gewürdigt. Vorträge und Workshops förderten zum Teil überraschende Ergebnisse von Studien zu Tage. So räumten Referenten mit der Illusion auf, dass die Integration von Generation zu Generation fortschreite und von daher z.B. Migranten der 3. Generation türkischer Einwanderer bereits gut integriert seien. Wahr sei vielmehr, dass in dieser Generation (dazu gehören etwa 600 000 junge Menschen) eine Besinnung auf die eigene Kultur stattfinde. Man verstehe sich als Minderheit, die in ihrer eigenen Kultur leben wolle. Einer Berliner Studie unter Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren zufolge gebe es eine starke Identifikation mit den von den Eltern vermittelten Normen und Werten. Gerade aufgrund der Erfahrung von Ausgrenzung in der Gesellschaft, werde die Familie als emotionaler Rückhalt erlebt. Die meisten verstünden sich als Türkinnen und nicht als türkischstämmig Deutsche. Ansprechpartner: Landesgruppe Baden-Württemberg des BDP
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