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Pressemitteilung Früh erkennen ist gut, aber was kommt danach?Psychologen unterstützen
Vorschlag von Ursula von der Leyen Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) unterstützt
den Vorschlag von Bundesministerin Ursula von der Leyen zur Einrichtung eines "Frühwarnsystems" gegen
Kindesmisshandlungen. Es müssen Lehren aus den zahlreichen Fällen
von Vernachlässigung und Misshandlung gezogen werden, so der Präsidiumsbeauftragte
für Kindeswohl und Kinderrechte des BDP, Dr. Klaus Neumann. Der Verband
sieht nach seinen Worten in den angedachten Vorsorgeuntersuchungen keinen Eingriff
in das verfassungsmäßig garantierte Elternrecht. Die Gesundheitsfürsorge
für Kinder hat aus Sicht des BDP Vorrang vor dem Sorgerecht der Eltern,
wenn die Eltern selbst ihren Verpflichtungen gegenüber ihren Kindern ohne
Hilfe von Dritten nicht nachkommen können. Das finnische Modell, das eine Betreuung aller Eltern von der Schwangerschaft bis zur Einschulung des Kindes vorsieht, ist in Deutschland gegenwärtig nicht durchsetzbar. Was wir brauchen und leisten können, sind Unterstützungsangebote an überforderte Eltern zur Prävention von Aggressivität und Gewalt sowie zur Entwicklungsförderung. Wichtig ist aus Sicht des BDP ein geschützter, professioneller Raum, in dem Betroffene sich öffnen können und zunächst sanktionsfrei eine Problemerörterung stattfinden kann. Psychologen könnten dabei die Rolle eines professionellen Fallmanagers oder Coaches übernehmen, an den Kinderarztpraxen und Öffentlicher Gesundheitsdienst verweisen und der ein Bindeglied zum Jugendamt und anderen involvierten Akteuren darstellt. "Hier ist auch an die Beratungsstellen des Deutschen Kinderschutzbundes, speziell die Kinderschutzzentren zu denken, die problemnah und niedrigschwellig seit langem spezielle Angebote für Eltern in schwierigen Lebenslagen entwickelt haben", erklärte Neumann.
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