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Pressemitteilung Sauberen Krieg gibt es nichtBDP kritisiert das Herunterspielen der Vorfälle in Afghanistan Gegen das Herunterspielen des Verhaltens von Bundeswehrsoldaten in Afghanistan
hat sich der Berufsverband Deutscher Psychologen ausgesprochen. Allzu bereitwillig
würden derzeit Politiker und Bundeswehrführung von "Dummen-Jungen-Streichen" und
Einzelfällen reden. Selbst die angekündigte Überprüfung
der Ausbildung geht am Kern des Problems vorbei, so der BDP. Die häufig
noch sehr jungen Soldaten sind in Krisengebieten durch die latente Gefahr von
Terroranschlägen einem enormen psychischen Stress ausgesetzt, betont Hauptgeschäftsführer
Armin Traute. Auch die Möglichkeit, in militärische Auseinandersetzungen
verwickelt zu werden, dabei selbst Schaden zu nehmen oder auf andere Menschen
schießen zu müssen, ist nach den Worten des Psychologen eine starke
psychische Belastung. Diese rechtfertige die jetzt bekannt gewordenen Fälle
von Leichenschändung nicht, erkläre aber, wie es dazu kommen kann.
Je makabrer und tabuverletzender Menschen sich in solchen Situationen verhielten,
umso mehr psychischen Druck könnten sie dadurch abladen. Eine weitere Ursache des Verhaltens der Soldaten sieht der BDP in der fehlenden Reife der Beteiligten. Junge Soldaten von Anfang 20 handeln nicht nur physiologisch bedingt anders als ältere (in der Regel höhere Testosteronspiegel), sondern sind auch moralisch noch keine ausgereiften Persönlichkeiten. Es fällt ihnen zum Teil schwer, unethisches Verhalten zu erkennen, dies gegen Gruppendruck abzulehnen und gegebenenfalls negative Reaktionen der Gruppe zu ertragen. Zwar durchlaufen Bundeswehrsoldaten, die sich auf einen Auslandsaufenthalt vorbereiten, auch ein von Psychologen und Ärzten durchgeführtes Stressmanagement, in dem die Soldaten lernen sollen, mit seelischem Druck und belastenden Situationen umzugehen. Ein solches Training ist aber keine Garantie dafür, dass Einzelne nicht doch extremes Verhalten zeigen. In ihrer Antwort auf die Anfrage der Linkspartei vom September diesen Jahres hatte die Bundesregierung ausgeführt, weniger als 1% der in Auslandseinsätzen befindlichen Soldaten leide anschließend unter dem so genannten posttraumatischen Belastungssyndrom (PTBS); diese Zahl sei geringer als in anderen Armeen. Nach den jetzt bekannt gewordenen Fällen darf bezweifelt werden, ob der Bundesregierung das Ausmaß an psychischer Belastung und möglichen Folgeschädigungen in ihrem vollen Umfang bewusst ist. Je öfter die Bundeswehr als "gewöhnliche Armee" in Krisengebieten eingesetzt werden wird, davon ist Armin Traute überzeugt, umso häufiger werden Fälle bekannt werden, wie der aus Afghanistan. "Keine noch so qualifizierte Ausbildung kann das verhindern. Wer das glaubt, glaubt an einen sauberen Krieg."
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