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Pressemitteilung
Nr. 25/06
22. November 2006

Wann trifft es eine saarländische Schule?

Psychologen kritisieren falsche Weichenstellungen im Bildungsministerium

Während bundesweit nicht zuletzt unter dem Eindruck des Amoklaufs an einer Schule in Emsdetten die Notwendigkeit einer verstärkten schulpsychologischen Arbeit wächst, setzt die CDU im Saarland auf Sozialarbeit. "Wir können schließlich nicht hinter jeden Schüler einen Schulpsychologen stellen", so Kultusminister Jürgen Schreier. Ausgerechnet in dem Bundesland, das - was die Ausstattung mit Schulpsychologen betrifft - ohnehin schon Schlusslicht ist, besteht auf Seiten der Regierung keine Bereitschaft, den Erosionsprozess des schulpsychologischen Dienstes aufzuhalten. Im Saarland ist ein Schulpsychologe für bis zu 18.000 Schüler zuständig. Das sind nach Einschätzung von Monika Fixemer, Vorsitzende der Landesgruppe Saarland im Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP), unhaltbare Zustände, die zu schlimmsten Befürchtungen Anlass geben. Wo Schulpsychologen zur Krisenbewältigung, zur täglichen Verbesserung des Schulklimas und zur täglichen Wahrnehmung z.B. ausgegrenzter Schüler nicht zur Verfügung stehen, ist das Scheitern von Schülern und Lehrern, aber auch Gewalt vorprogrammiert, so Fixemer.
Noch entschiedener als bisher wollen die saarländischen Psychologen nach ihrem Landespsychologentag am 20. November für ihre Fachdisziplin eintreten und den Niedergang der Schulpsychologie aufhalten. Nach der Diskussion können sie Unterstützung sowohl seitens der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Landeselternvertretung, als auch durch Politiker aus den Fraktionen der SPD, der Grünen und der FDP sowie seitens der WASG erwarten. So erklärte der bildungspolitische Sprecher der SPD, Reiner Braun, dass in seiner Partei gerade am bildungspolitischen Programm gearbeitet werde und die Schulpsychologie darin einen wichtigen Platz einnehme. Barbara Spaniol von den Grünen verwies darauf, dass die Haushaltslage - oft als Begründung für fehlende Schulpsychologen genannt - auch in anderen Bundesländern schlecht ist und dennoch - siehe Berlin - eine andere Politik gemacht wird. In Berlin unterstütze die CDU sogar aus der Opposition heraus eine Stärkung der Schulpsychologie.

Die saarländischen Psychologen fordern die unverzügliche Schaffung von mindestens 19 zusätzlichen Stellen für Schulpsychologen. Saarländische Schüler müssten wegen des Fehlens von Schulpsychologen bis zu neun Monate auf einen Termin warten. Kritik übten die Psychologen an der Politik des saarländischen Kultusministers Jürgen Schreier. Nach der Föderalismusreform dürfe sich niemand mehr vor der landespolitischen Verantwortung für Schulen und Bildung drücken.



Christa Schaffmann, Pressesprecherin
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