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Pressemitteilung
Nr. 27/06
8. Dezember 2006

Entscheidung gegen Gesprächspsychotherapie

VPP: Votum auf zweifelhafter Grundlage
Vor Gericht ohne Chance

Die Entscheidung ist gefallen: Die Gesprächspsychotherapie wird auch künftig nicht als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung zugelassen. Damit ist die Hoffnung vieler Patienten und Psychotherapeuten durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zerschlagen worden. Der Verband Psychologischer Psychotherapeuten (VPP) im BDP sieht darin ein Signal, dass der G-BA eine Vielfalt von Psychotherapieverfahren in Deutschland auf keinen Fall erlauben will. Es gebe Gründe zu der Annahme, dass die Entscheidung bereits vor der Prüfung beschlossene Sache war. Als geradezu dreist empfindet der VPP den Vorwurf, dass Studien zur Wirtschaftlichkeit der Gesprächspsychotherapie im deutschen Versorgungskontext nicht vorlägen. Angesichts einer fehlenden sozialrechtlichen Zulassung sei die Forderung nach solchen Studien absurd. Die Bundespsychotherapeutenkammer hat denn auch die nicht sachgemäße Einengung der Bewertungsgrundlage kritisiert. Vom Bundesministerium für Gesundheit erwartet der VPP ein klares Wort im Interesse der Patienten. Doch wie immer die Stellungnahme des Bundesgesundheitsministerium ausfallen werde, das Kapitel Gesprächspsychotherapie und Sozialrecht ist damit nach Meinung des VPP-Vorsitzenden Heinrich Bertram nicht beendet. Der G-BA-Beschluss enthalte so viele handwerkliche Fehler, dass er spätestens vor Gericht keinen Bestand haben werde. Sein Verband werde ungeachtet der Entscheidung weiter für Methodenvielfalt in der Psychotherapie allgemein und insbesondere für die volle leistungsrechtliche Zulassung der Gesprächspsychotherapie eintreten.
Der VPP bedauert, dass diese erste Prüfung eines Psychotherapieverfahrens nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin so mangelbehaftet abgelaufen ist. Das gibt auch im Hinblick auf die angekündigten Prüfungen für bereits zugelassene Richtlinienverfahren Anlass zu einigen Befürchtungen. Wenn jedoch geprüft werde, so der VPP, sollten bei dieser Gelegenheit auch gleich eine Reihe ärztlicher Kassenleistungen auf die Tagesordnung gesetzt werden; auch die sind noch längst nicht alle nach den gleichen strengen Maßstäben bewertet worden.
"Das Urteil des G-BA steht im Widerspruch zu einer Vielzahl von Stellungnahmen, die Einzelpersonen, Verbände, Wissenschaftler und Landespsychotherapeutenkammern abgegeben haben und die dem G-BA schriftlich vorlagen", so betont die stellv. VPP-Vorsitzende Eva-Maria Schweitzer-Köhn. Sowohl aus der ambulanten als auch der stationären Behandlung werde darin die Gesprächspsychotherapie als eine zusätzliche therapeutische Möglichkeit bei bestimmten Störungsbildern bzw. als eine Therapie beschrieben, durch die bis dahin therapieresistente Patientinnen und Patienten erreicht werden konnten. Namhafte Wissenschaftler, erklärt Schweitzer-Köhn, weisen seit Jahren darauf hin, dass der Therapieerfolg maßgeblich davon abhängt, wie Therapiemethode, Therapeut, Störung und Patient zueinander passen. Daher führe die Frage nach dem Nutzen eines einzelnen Verfahrens im Vergleich zu anderen aus Sicht des VPP und des gesamten Berufsverbandes Deutscher Psychologen in die Sackgasse.



Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Glinkastr. 5, 10117 Berlin
Tel. (49) 30 - 209 149 59
Fax: (49) 30 - 209 149 66
E-Mail: presse@bdp-verband.org