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Pressemitteilung
Nr. 05/07
23. März 2007

Psychologen legen erstmals Bericht zur psychischen Gesundheit der Nation vor

Deutliche Kritik an Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie an der Effektivität des Schulsystems

Erstmals legt der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) in diesem Jahr einen Bericht zur psychischen Gesundheit der Nation vor. Im Mittelpunkt des diesjährigen Reports stehen Kinder, ihre Entwicklungsbedingungen und ihre psychische Gesundheit sowie die Schwachstellen in Prävention und Versorgung. Wenige Tage, nachdem UN-Sonderberichterstatter Vernor Munoz vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf das deutsche Schulsystem angegriffen hat, wird damit der Blick der Öffentlichkeit erneut auf die unbefriedigende Situation von Kindern und Jugendlichen über den Schulbereich hinaus gelenkt.

5% der Kinder und Jugendlichen in Deutschland werden im Bericht des BDP aufgrund besonders ungünstiger Entwicklungsverläufe als chronisch psychisch beeinträchtigt eingestuft. Das sind 320.000 junge Menschen. Die gleiche Zahl von Kindern und Jugendlichen wird vom BDP als dringend behandlungsbedürftig eingeschätzt.

Der Bericht, der auf der wissenschaftlichen Arbeit an mehreren Universitäten und der Auswertung der Erfahrungen von Praktikern basiert, stellt eine zum Teil erhebliche Unterversorgung auf diesem Gebiet fest. Er zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen psychischen Auffälligkeiten und einem niedrigen sozialökonomischen Status.

Ähnlich wie der UN-Sonderberichterstatter Vernor Munoz kritisiert der Psychologenverband die Lage an deutschen Schulen. Er verweist auf gestiegene schulische Anforderungen und elterliche Erwartungen, die zu erheblichen Belastungsreaktionen führen. Gleichzeitig habe sich die Einstellung der Schüler zur Schule und zu den Lehrern massiv verschlechtert, was nach Meinung des BDP die Frage nach der Effektivität und den richtigen Methoden im Schulwesen aufwirft. Indem der Verband beklagt, dass die besonderen Förderungsaufgaben zur Gewährleistung von Bildungs- und Entwicklungschancen benachteiligter Kinder strukturell vernachlässigt werden, spricht er ein Menschenrechtsproblem an. Auch die Qualität und Verfügbarkeit von Unterstützungssystemen für Schüler, Eltern und Lehrer, auf die in den PISA-Siegerländern großer Wert gelegt wird, hält der BDP in Deutschland für dringend verbesserungsbedürftig.

Die Übergabe des Berichts an die Öffentlichkeit erfolgt am 30. März 2007 um 10.30 Uhr im Tagungszentrum der Bundespressekonferenz in Berlin.



Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Glinkastr. 5, 10117 Berlin
Tel. (49) 30 - 209 149 59
Fax: (49) 30 - 209 149 66
E-Mail: presse@bdp-verband.org