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Pressemitteilung
Nr. 15/10
16. November 2010
Schulpsychologen sehen auseinander driftende Lebenswelten von Schülern
und Lehrern
19. Bundeskongress für Schulpsychologie in Hameln beginnt morgen
Thema
sind die Lebenswelten von Schülern zwischen Kreidetafel und facebook
Schulpsychologinnen und -psychologen aus allen Bundesländern kommen von
morgen (17.11.) an für drei Tage im niedersächsischen Hameln zum 19.
Bundeskongress für Schulpsychologie mit dem Thema handy&computer@schule.de
zusammen. Die Berufsgruppe sieht sich und die Lehrer durch Art und Umfang, in
dem Jugendliche mit Computern, Internet und Handy umgehen, neuen Herausforderungen
gegenüber. Der von der Sektion Schulpsychologie im Berufsverband Deutscher
Psychologinnen und Psychologen (BDP) organisierte Kongress soll dazu beitragen,
die heutigen medialen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen zu verstehen.
Kinder und Jugendliche nutzen heute Online-Communities selbstverständlich
für den Aufbau und die Pflege von Freundschaften. „Sie sind Teil ihres
Alltags“, betont der Vorsitzende der Sektion Schulpsychologie im BDP, Stefan
Drewes, „während Lehrer wie die meisten Erwachsenen mehrheitlich die
Bedeutung der neuen Medien für die Jugendlichen verkennen und vor allem
die damit verbundenen Gefahren sehen. Oft ist es den Lehrern vollkommen fremd,
womit sich die Schüler in den verschiedenen Netzwerken am Abend beschäftigen
und was zwischen den gleichen Schülern am Abend im Netz abgelaufen ist,
die am Morgen wieder vor ihnen sitzen.“
Drewes zufolge sehen Schulpsychologen die Tatsache, dass Erwachsene zu wenig
darüber wissen, wie die junge Generation spielt, chattet, bloggt, twittert
und simst, durchaus kritisch. Während sich im Durchschnitt jeder Jugendliche
zwei Stunden am Tag im Internet bewege, kennen Erwachsene oft kaum die Grundzüge
von SchülerVZ und Co. Die Kluft zwischen den Lebenswelten der Lehrer und
der Jugendlichen dürfe nicht weiter auseinandergehen, um Gefahren einschätzen
zu können und in der Schule die Didaktik entsprechend auszurichten.
Der Veranstalter sieht im Bundesland Niedersachsen noch ein riesiges Entwicklungspotenzial
für die Schulpsychologen. Nicht zuletzt das Gutachten von Prof. Dr. Rainer
Dollase im Auftrag der Max-Träger-Stiftung von Februar dieses Jahres hat
gezeigt, dass in Niedersachsen der Ausbau der Schulpsychologie dringend notwendig
ist. Im Rahmen des Bundeskongresses wird der Verband aktuelle Zahlen zur Versorgung
mit Schulpsychologen in den Bundesländern vorlegen.
Kultusminister Dr. Bernd Althusmann bringt in einem Grußwort zum Bundeskongress
seine hohe Wertschätzung für die Leistungen dieser nach seinen Worten
oft im Stillen arbeitenden und daher häufig verkannten Profession zum Ausdruck.
Er sei dankbar, dass die Schulpsychologen sich bei ihrem Kongress mit den neuen
Medien befassen und thematisieren, wie sie die diesbezügliche pädagogische
Arbeit an den Schulen wirkungsvoll unterstützen können. Die Schule
habe die Aufgabe, Schülern zu vermitteln, wie sie neue Medien kompetent
einsetzen, sich Informationen beschaffen, diese kritisch bewerten, gezielt auswählen
und zur Problemlösung einsetzen können. Auf der anderen Seite sieht
der Minister auch Gefahren, die mit den neuen Medien verbunden seien und vor
den Schulen nicht Halt machten. „Die Probleme werden mit in die Schule
getragen, oft begegnen sich Täter und Opfer persönlich in der Schule
oder Cyber-Mobbing und Happy Slapping finden direkt im schulischen Umfeld statt.“
An der Kongresseröffnung wird neben Bernd Althusmann auch die Oberbürgermeisterin
der Stadt Hameln, Susanne Lippmann, teilnehmen. Zahlreiche Vorträge, Workshops
und Diskussionsforen, zu denen im Verlauf des Kongresses auch Psychotherapeuten,
Pädagogen und Vertreter anderer Berufsgruppen erwartet werden, wenden sich
dem Kongressthema aus verschiedenen Perspektiven zu. Erstmals wird es auch einen
Workshop für forschende Schulpsychologen geben sowie weitere Veranstaltungen,
die eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis schlagen.
www.bdp-schulpsychologie.de/buko2010
Ansprechpartner: Klaus Seifried: 0170 - 58 222 70 oder Christa Schaffmann:
0172 - 329 29 40
Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Am Köllnischen Park 2, 10179 Berlin
Tel. 030 - 209 166 620
Fax: 030 - 209 166 680
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