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Angst und Eros auf 128-EEG-KanälenEmotion ist in. Aber nur an sehr wenigen Universitäten der Erde messen Psychologen die Hirnstromaktivitäten bei guten, schlechten oder neutralen Empfindungen. Und keiner misst die Hirnströme auf Gefühle so genau wie Prof. Dr. Alfons Hamm am Psychologieinstitut der Universität Greifswald, berichtet der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) in Bonn. Mit einem 128-Kanal-EEG versucht der Psychologe sehr genau herauszufinden, an welchen Stellen in der (ausgefaltet) etwa 20 Quadratmeter großen Hirnrinde durch Emotionen Ströme entstehen. Im einzelnen soll festgestellt werden, ob diese Ströme bei Gewöhnung anders fließen als bei Überraschung, ob nach einer längeren Periode von "guten" Gefühlen nachfolgende negative Empfindungen sich anders entwickeln als wenn "gut", "neutral" und "schlecht" abwechseln. Dazu wird Probanden ein von Don Tucker in Oregon entwickeltes Netz aus 128 Messsensoren (bisher üblich waren maximal 64 Messsensoren) sehr einfach über den Kopf gezogen. Inzwischen wurden die Hirnströme ausgewertet sind, die zwanzig Versuchspersonen als Reaktion auf jeweils 600 Bilder produzierten; die Bilder werden in einer schall- und stromdichten Kabine für jeweils zwei Sekunden gezeigt. Als negativ empfundene Bilder lassen Hirnströme anders und in anderen Regionen der Hirnrinde aktiv werden als positive, oftmals erotische Bilder. Die 128 Kanäle sind nötig, um den Ort und Ablauf der winzigen Ströme exakt nachzuvollziehen. Wichtig können die Messungen von Professor Hamm für Menschen werden, die chronische Ängste plagen. Wichtig sind sie auch für Epileptiker - auch sie werden im psychologischen Institut der völlig schmerzfreien Prozedur unterzogen, um herauszufinden, wie bei ihnen die Hirnströme fließen und wo sie gestört sind. |
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