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BDP: Vorrang hat Novellierung des Psychotherapeutengesetzes

Psychologen setzen auf "konstruktiven Dialog" mit der neuen Gesundheitsministerin

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat die neue Bundesministerin für Gesundheit Ulla Schmidt zu ihrem Amtsantritt beglückwünscht und ihr gleichzeitig dringend ans Herz gelegt, die von ihrer Vorgängerin eingeleitete Überprüfung der psychotherapeutischen Versorgung mit Nachdruck fortzusetzen. Angesichts der teilweise katastrophalen Auswirkungen, die das Psychotherapeutengesetz in der Praxis für Behandler und Patienten gezeitigt habe, müsse das Gesetz von 1999 dringend novelliert werden, betont BDP-Präsident Lothar J. Hellfritsch.
In einem Schreiben an die Ministerin erklärt Hellfritsch, die Psychologen seien jederzeit zum Gespräch über die anstehenden Fragen bereit. Angesichts ihres Ausbildungsgangs - Ulla Schmidt hat u.a. Psychologie studiert - ist der Psychologenpräsident überzeugt, dass auch bei der Ministerin eine ausgeprägte Bereitschaft zu einem "konstruktiven Dialog" vorhanden ist.
Wie der BDP weiter mitteilt, habe sich das Psychotherapeutengesetz nicht im Sinne des Gesetzgebers ausgewirkt und kaum Verbesserungen bei den Behandlungsmöglichkeiten für psychisch erkrankte Patienten erbracht. Den Grund dafür sieht der Verband darin, dass sich in der Praxis vor allem die Schwachstellen des "mit heißer Nadel gestrickten" Gesetzes ausgewirkt hätten. Hinzu komme die willkürliche Auslegung gesetzlicher Bestimmungen zu Ungunsten der Psychologen. Dadurch seien mittlerweile tausende Psychologische Psychotherapeuten von der Versorgung von Kassenpatienten und Beihilfeberechtigten ausgegrenzt. Statt den Engpass an psychotherapeutischen Behandlern zu beseitigen, stünden für Kassenpatienten heute weit weniger Psychologische Psychotherapeuten als vorher zur Verfügung.

idp