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Xenion-Beratungsstelle - BDP verurteilt Polizeieinsatz

In einem Brief an den Berliner Innensenator Dr. Eckart Werthebach hat der Präsident des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) Lothar J. Hellfritsch gegen den Polizeieinsatz in der Psychotherapeutischen Beratungsstelle für politisch Verfolgte - Xenion - in Berlin protestiert. Die Situation habe in keiner Weise eine Fahndungsaktion mit einem derartigen brutalen polizeilichen Einsatz erfordert, schreibt Hellfritsch. Infolge der Ende letzten Jahres durchgeführten Aktion hatte sich ein junger kurdischer Flüchtling lebensgefährlich verletzt, als er bei einem Fluchtversuch aus Angst vor einer Abschiebung aus dem Fenster stürzte.

Aus der Sicht des Berufsverbandes sei es völlig unverständlich, dass geschulte Beamte in ihrer Entscheidung über ihr Vorgehen nicht die Konsequenzen ihres Einsatzes abgewogen haben und die ausdrücklichen Hinweise des Leiters der Beratungsstelle hinsichtlich ihres besonderen Charakters als therapeutische Einrichtung für politisch Verfolgte ignorierten, betont Hellfritsch. Der BDP weise "mit Schärfe" darauf hin, dass die MitarbeiterInnen solcher Einrichtungen unter Schweigepflicht stehen, um ihren Klienten den erforderlichen Schutz zu bieten, die eine Behandlung von schweren Traumatisierungen benötigt. Mit großer Besorgnis betrachte der BDP anlässlich der Geschehnisse die restriktive Asylpolitik, "die den Boden für solche Übergriffe gegenüber Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten überhaupt erst ebnet."

Generell fordert der BDP eine gesetzliche Grundlage, um die notwendigen Schutzräume in ambulanten medizinischen und psychotherapeutischen Praxen sowie in Behandlungs- und Beratungseinrichtungen vor Übergriffen zu sichern, da nur auf dieser Grundlage eine adäquate und verantwortungsvolle Behandlung der Klienten und Patienten möglich ist.