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Dazu haben wir etwas zu sagen: PISAAus psychologischer Sicht ist die PISA-Studie ein sinnvolles und großartiges Unternehmen: Eine langfristig angelegte, empirische Untersuchung, die mit großen Stichproben arbeitet, Daten objektiv erhebt und auswertet, die Ergebnisse durch klare Erläuterungen und schnelle Veröffentlichungen transparent macht und von kompetenten Expertinnen und Experten durchgeführt und in der Öffentlichkeit vertreten wird. Selbst wenn Kritiker das eine oder andere bemängeln, ändert das nichts an dem großen Wurf, der mit PISA gelungen ist; die, die sich kritisch zu Wort melden, sind nicht immer Experten in methodischen Fragen und / oder sie hängen ihre Kritik an Kleinigkeiten auf. Als Psychologinnen und Psychologen wissen wir, dass derlei umfangreiche empirische Untersuchungen rar sind in Bereichen, die nicht unmittelbar ökonomischen Nutzen bringen. Denen, die kritisieren, die PISA-Studie erfasse ein zu schmales Band aus dem gesamten Leistungsspektrum, nur mathematisches Können, Leseverständnis und naturwissenschaftliche Kompetenz (nur!), sei gesagt, dass es anders nicht geht, wenn man so viele Schüler/innen aus verschiedenen Nationen überprüft und vergleicht. Die PISA-Ergebnisse sagen nichts aus über das, was unsere Schulen darüber hinaus leisten, und sie sagen erst recht nichts aus über die einzelne Schule. Das Argument, dass die PISA-Ergebnisse nicht erklären können, weshalb Deutschland eine führende Industrienation sei, ist richtig, aber deshalb sind die PISA-Ergebnisse ja nicht falsch. Diskussionen von Bildungspolitiker/innen über die PISA-Ergebnisse – wer oder was Schuld an den mittelmäßigen Rangplätzen sei und wer oder was jetzt zur Verbesserung beigetragen habe – sind Paradebeispiele für vereinfachendes, monokausales Denken und selbstwertdienliche Attribuierungen. Die PISA-Ergebnisse zeigen zwei Hauptschwächen des deutschen Schulunterrichts bzw. Schulsystems auf, für die die Psychologie Lösungshilfen anbietet:
Dr. G. Bovet |
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