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BDP hat Bachelor- und Master-Studiengänge geprüft
Die weitaus meisten Psychologischen Institute in Deutschland bieten
inzwischen Bachelor-/Master-Studiengänge an. In der Ausgabe 7-8/2008 der
Fachzeitschrift „Report
Psychologie“ hatte der Berufsverband Deutscher Psychologen das (überwiegend
positive) Ergebnis einer Prüfung dieser Studiengänge zum ersten Mal
veröffentlicht.
Mittlerweile sind weitere Studiengänge hinzugekommen, die der BDP nunmehr
ebenfalls unter die Lupe genommen hat. Auch die meisten der neu etablierten Studiengänge
wurden vom BDP im Hinblick auf eine mögliche Mitgliedschaft im BDP anerkannt
(Stand 30.9.2011); damit ist auch eine spätere
Anerkennung als Euro-Psychologe möglich.
Bei der Beurteilung orientiert sich der Verband an den Kriterien des European
Psychology Certificate (EuroPsy), die von der Europäischen Vereinigung
der Psychologenverbände getragen werden.
Hier die Listen der bisher anerkannten und nicht anerkannten Studiengänge
in Deutschland:
Erläuterungen zu den Listen und den Gründen zur Einordnung
In seiner Bewertung richtet sich der BDP nach den Maßstäben des
Europäischen
Zertifikates in Psychologie (EuroPsy) und des Diplomstudiengang in Psychologie
(siehe Artikel). Den Hintergrund
dafür bilden die Vorgaben in den Empfehlungen
der Kultusministerkonferenz (PDF),
dass die neuen Studiengänge sowohl international vergleichbar als auch dem
Niveau der bisher bestehenden Studienprogramme entsprechen sollen. In den vom
BDP veröffentlichten Listen werden die Bachelor- und Masterstudiengänge
als jeweils einzelne Programme im Hinblick auf die Vergleichbarkeit mit vorgenannten
Standards bewertet. Dies bedeutet, dass bspw. die Kombination eines anerkannten
Bachelorstudiengangs mit einem nicht-anerkannten Masterstudiengang möglicherweise
anerkennungsfähig ist.
Gründe für die Aufnahme in die Liste der nicht-anerkennungsfähigen
Studiengänge
Die Gründe für die Aufnahme in die Liste der für die Mitgliedschaft
nicht-anerkennungsfähigen Studiengänge sind unterschiedliche:
- Ein sehr häufiger Grund liegt in der zu geringen Gesamtmenge
an Leistungspunkten in Psychologie.
- Ebenfalls sehr häufig fehlen die Kernfächer oder werden nur
rudimentär angeboten, die zum Kompetenzprofil des auch international anerkannten
professionellen Psychologen gehören. Bei den Bachelorstudiengängen
in den Listen der nicht-anerkannten Studiengänge trifft häufig beides
zu.
Die Kriterien der Gesamtmenge an Psychologie und der Einschluss der Kernfächer
gelten ebenfalls für Masterstudiengänge. In der Kombination eines anerkannten
Bachelor-Studiengangs mit einem nicht-anerkannten Masterstudiengang ist es jedoch
möglich, dass die zur Abwertung führende geringe Zahl an Kreditpunkten
im Master durch einen sehr hohen Anteil an Psychologie-Kreditpunkten im Bachelorstudiengang
ausgeglichen werden kann. Vorstellbar ist ebenfalls, dass im Rahmen eines Masterstudienganges
oder eines Promotionsstudiums Prüfungen in üblichen Kernfächern
mit Hilfe von Brückenkursen nachträglich absolviert werden können.
- In Einzelfällen kann es dazu kommen, dass ein Masterstudiengang
aufgrund multidisziplinärer Zugangsvoraussetzungen nicht automatisch zu
einer Mitgliedschaft führt. Sofern dem für andere Berufsgruppen offenen
Masterstudiengang ein Bachelor der Psychologie vorausgeht, ist es durchaus möglich,
dass ein solches Gesamtprofil die Kriterien für die Mitgliedschaft erfüllt.
- Eine eher seltener Grund für die Aufnahme in die Liste der nicht-anerkennungsfähigen
Studiengänge besteht in der Intransparenz eines schon eingeführten
und akkreditierten Studiengangs. In diesen Fällen sind keine detaillierten
Informationen zu Studieninhalten, ihren konkreten Umfängen und den Prüfungsleistungen öffentlich
verfügbar bzw. werden auch auf Anfrage nicht in entsprechender Form bereitgestellt.
Da eine Prüfung der Qualität des Studiengangs in diesen Fällen
durch den BDP nicht möglich ist, kann keine Aufnahme in den BDP erfolgen.
Gründe dafür, dass ein Studiengang nicht in den Listen des BDP aufgeführt
ist:
- Der Studiengang ist zum Zeitpunkt der Aktualisierung der Liste noch
im Aufbau, hat also noch nicht begonnen bzw. befindet sich noch in der Phase
der Akkreditierung und möglichen Veränderung.
- Der Studiengang
ist nicht explizit ein Studiengang der Psychologie sondern bspw. namentlich im
Gesundheitsbereich angesiedelt oder in angrenzenden Disziplinen oder Themen eingeordnet.
- Der
Studiengang ist ein explizit interdisziplinärer Studiengang mit
mehreren Fächern.
- Der Studiengang wird zwar in Deutschland beworben,
es handelt sich aber nicht um einen in Deutschland vergebenen Titel und eine
deutsche Hochschule, sondern um einen Fernstudiengang und dabei bspw. einem in
Südafrika, Südamerika
oder Rumänien erteilten Zertifikat. In diesen Fällen ist die Qualität
der Hochschule und des jeweiligen Studienprogramms im Rahmen der vor Ort geltenden
Regeln entweder staatlich geprüft worden oder die Programmqualität
und Titelvergabe wird gemäß entsprechender Freiheiten der Institute
frei gehandhabt. Nicht selten werden Studienprogramme privater Institute erst
Jahre nach ihrer Einführung einer Anerkennung durch die nationalstaatlichen
Behörden unterzogen und erst dabei hinsichtlich der Erfüllung allgemeiner
Qualitätskriterien verändert. Vom BDP können die Absolventen solcher
Programme erst nach detaillierter Prüfung der dortigen Studiengänge
auf der Basis der Überprüfung der dortigen nationalen Ausbildungsstandards
und nach der Feststellung der Vergleichbarkeit mit den europäischen Standards
aufgenommen werden.
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