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Glossar PräventionPrävention stammt vom lateinischen"praevenire" und bedeutet bedeutet "vorher kommen", "früher ankommen". Der konkurrierende und oftmals gleichsinnig benutzte Begriff Prophylaxe hingegen stammt aus dem Griechischen und bedeutet "vorher kämpfen", "den Erstschlag führen". Nun mag es mehr als nur Geschmackssache sein, ob man den mehr sportlichen oder den eher kriegerischen Aspekt für das hervorheben will, was mit Vorbeugung gemeint ist. In jedem Falle gilt es, schneller sein als andere, der Gefahr und Gefährdung zuvorkommen. In jedem Fall geht es um die Verhinderung von (psychischem) Leid und Störungen. Die Prävention im modernen Sinn ist keine Erfindung der Psychologie, der Pädagogik oder des Jugendschutzes. Prävention hat sich vielmehr zunächst im Bereich der Medizin durchsetzen können: In der Bekämpfung von Seuchen und Infektionskrankheiten haben im 19. und frühen 20. Jahrhundert die klassischen Instrumentarien der Kontrolle und Absonderung versagt. An ihre Stelle traten zumindest solange kein wirksames medizinisches Therapeutikum oder kein Impfstoff gefunden war massive Kampagnen für Verhaltensänderungen. Prominentes Beispiel dieser erfolgreichen Strategie ist die Bekämpfung der Tuberkulose durch die Einschränkung des öffentlichen Spuckens (was durch Verhaltensbeeinflussung und u.a. durch die Aufstellung von Spucknäpfen befördert wurde). Ein Beispiel aus der Gegenwart ist die weitgehende Eindämmung der HIV-Epidemie in Nordeuropa durch massive Verhaltensbeeinflussung und -änderung in den am stärksten risikobehafteten Gruppen. Präventionsprogramme und psychosoziale Versorgung Viele der primären Präventionsprogramme wenden sich an Personengruppen, deren Risiko, eine bestimmte Krankheit auszubilden, erhöht ist. Über die Veränderung individueller Verhaltensweisen oder -möglichkeiten soll die Wahrscheinlichkeit manifester Störungen verringert werden. Eine der Aufgaben der Prävention ist damit, diese Risikogruppen zu definieren und Risikobedingungen zu identifizieren. Unter Verwendung psychologischer und psychophysiologischer Methoden können Risikofaktoren, die kausal mit einer bestimmten Erkrankung in Zusammenhang stehen, und Risikoprädiktoren ausfindig gemacht werden. Anders als bei den Risikofaktoren kann bei den Risikoprädiktoren lediglich ein statistischer, jedoch kein kausaler Zusammenhang beschrieben werden. Studien zu unterschiedlichen Erkrankungen und Störungen machen deutlich, dass monokausale Erklärungsansätze selten ausreichend sind. Vielmehr ist eine Kombination dieser Variablen an der Ausbildung und Aufrechterhaltung von Krankheiten beteiligt. In interaktionistischen Modellen, die biologische, psychologische und soziale Faktoren gleichermaßen berücksichtigen, kann dieses Zusammenwirken beschrieben werden. So werden beispielsweise für das Auftreten einer Phobie eine dispositionelle Komponente, aber auch eine lerngeschichtliche Entwicklung (z.B. Erfahrungen von Hilf- und Kontrollosigkeit) in einem definierten sozialen Umfeld (z.B. ängstliche Modellpersonen) angenommen. Katja Wiech und Wolfgang Heckmann ![]() |
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