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Supervision

Supervision, die Bearbeitung von Schwierigkeiten und Problemen, die sich aus der beruflichen Interaktion (bspw. zwischen Therapeut und Patient) ergeben, verbunden mit dem Ziel, eine Verbesserung der beruflichen Fähigkeiten und Fertigkeiten im jeweiligen Tätigkeitsfeld des Supervisanden, aber auch seiner persönlichen Ressourcen, herbeizuführen. Supervision zeichnet sich weiterhin durch ihr Setting aus, die durch die Beziehung zwischen Supervisor und Supervisand (bzw. Supervisanden oder Supervisionsgruppe) bestimmt ist. Supervision ist in allen Berufen nötig, in denen Beziehungsarbeit geleistet wird, und stellt heute meistens eher die Regel als die Ausnahme dar. Zunehmend gewinnt sie auch Platz in der empirischen Forschung.

Geschichtlich ist der Verlauf der Supervision mit dem der Psychotherapie identisch. Der Beginn des 20. Jahrhunderts war von seiten der Psychotherapie durch die Psychoanalyse bestimmt, und somit war auch die Supervision tiefenpsychologisch/psychoanalytisch ausgerichtet. Weiterhin machte sie alle historischen Etappen der Psychotherapie durch (Behaviorismus, Kognitive Psychologie und Humanistische Psychotherapie) einschließlich der heute aufkommenden integrativen Psychotherapieverfahren (Integrative Therapie).

Trotz der umfangreichen Literatur, die heute zu diesem Thema vorzufinden ist, existiert noch keine einheitliche Definition von Supervision und auch kein einheitliches Vorgehen i.S. einer konkreten Supervisionstechnik. Vielmehr wird das Vorgehen durch die therapeutische Orientierung des Supervisors, seiner Vorlieben und Erfahrungen bestimmt. Entsprechend dieser Vielfalt hat Supervision nicht immer die gleichen Ziele. Es lassen sich folgende Arten von Supervision unterscheiden:

  1. Psychodynamisch orientierte Supervision: Ziel ist die Aufdeckung von Konflikten zwischen dem Supervisanden und der von ihm betreuten Person, die sich auch in der Beziehung zwischen Supervisor und ihm widerspiegeln können.
  2. Humanistisch orientierte Supervision: Im Mittelpunkt stehen hier die Beziehung und Beziehungsgestaltung zwischen Supervisanden und betreuter Person. Auch hier wird davon ausgegangen, dass sich deren Beziehung in die aktuelle Supervision transferieren lässt. Mehr als in den anderen Supervisionsarten wird hier das eigene Erleben und das persönliche Wachstum des Supervisanden fokussiert.
  3. Verhaltenstherapeutisch orientierte Supervision: konzentriert sich mehr auf die vom Supervisanden eingesetzten Techniken zur Bearbeitung der Problematik des Beratenden/Patienten mit dem Ziel, entweder Schwierigkeiten aufzuheben oder eine schnellere Verhaltensänderung herbeizuführen. Mehr als in den anderen Supervisionsarten ist das Vorgehen in diesem Fall ergebnisorientiert.
  4. Kognitiv-entwicklungsorientierte Supervision: Deren Ziel liegt in der Integration von theoretischem Wissen, praktischen Fertigkeiten des Therapeuten/Supervisanden und seinem persönlichen Wachstum.

Der konkrete Ablauf der Supervision hängt vom Einzelfall ab, jedoch lassen sich grob folgende Phasen beschreiben:

  • Problemidentifizierung: Welches Problem soll in der aktuellen Supervision angesprochen werden? Was ist der Supervisionsanlass?
  • Sammlung von Information: Welche Informationen benötigt der Supervisor, um sich ein Bild vom Anliegen des Supervisanden machen zu können?
  • Bearbeitung: Welche Lösungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?
  • Integration/Auswertung: Zu welchem Schluss sind Supervisor und Supervisand gekommen? Welche Auswirkungen hat dies auf die Fortführung der Therapie/Beratung? Was bedeutet es für den Supervisanden persönlich?

Supervision ist weder Fortbildung bzw. Anleitung zur Durchführung von Therapietechniken noch Psychotherapie des Supervisanden, wobei die Grenze zwischen Supervision und Psychotherapie am schwersten zu ziehen ist. Der Grund dafür liegt darin, dass einerseits Gegenstand der Supervision nicht die persönliche Problematik des Supervisanden per se ist, andererseits diese immer im Kontext seines beruflichen Tätigkeitsfeldes präsent ist. Zweifelsohne stellt aber jede gelungene Supervision eine persönliche Bereicherung für der Supervisanden dar.

Ma.Mar

Literatur
Goodyear, R.K., Abadie, Ph.D. & Efros, F. (1984). Supervisory theory into practice: Differential perception of supervision by Ekstein, Ellis, Polster, and Rogers. Journal of Counseling Psychology, 31, S. 228-237.
Plessen, U. & Kaatz, S. (1985). Supervision in Beratung und Therapie. Salzburg: Otto Müller.