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Glossar Systemische TherapieSystemische Therapie bezeichnet ein Cluster psychotherapeutischer Ansätze, das sich ab Mitte dieses Jahrhunderts neben tiefenpsychologischen, verhaltenstherapeutischen und humanistischen Richtungen zunächst als "Familientherapie" etablierte (Psychotherapie), dann aber zunehmend unabhängig vom Familien-Setting spezifische Konzepte und therapeutische Vorgehensweisen entwickelte. Daher findet man heute Systemische Therapie gleichermaßen als Einzelsetting, Paartherapie oder Familientherapie, wobei sich wesentliche Prinzipien der Systemischen Therapie in der Literatur immer wieder auf die folgenden Aspekte beziehen lassen (Schiepek 1998):
Kern der Systemischen Therapie ist, die Dynamik komplexer, rückgekoppelter Prozesse, deren selbstorganisierte Stabilität bzw. deren Veränderung ins Zentrum der Betrachtung zu stellen und damit die naturwissenschaftlichen Konzepte des 19. Jh. mit ihren klassischen Kausalitäts-Prinzipien (Ursache-Wirkung, Verursacher-Opfer, Input-Output-Analyse u.ä) zu erweitern, die auch heute noch vielfach wissenschaftliche Weltbilder beherrschen. Dies ging anfangs einher mit einem radikalen erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen Bruch ("Paradigmawechsel"). Doch haben inzwischen durch die moderne naturwissenschaftliche Entwicklung, insbesondere die interdisziplinäre Systemtheorie und eine schulenübergreifende psychotherapeutische Diskussion systemische Betrachtungsweisen auch in anderen Ansätzen Einzug gefunden (z.B. betont die Verhaltenstherapie neuerdings zunehmend die Bedeutung des Selbstregulationssystems) bzw. werden in den Grundkonzepten systemische Aspekte explizit als solche ausgewiesen (z.B. die organismische und Selbst-Aktualisierungstendenz der "Klientenzentrierten Psychotherapie" nach C. Rogers; Gesprächspsychotherapie). Arist von Schlippe und Jürgen Kriz ![]() |
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