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FAQ zur Psychologie im Notfall

Informationen und Tipps zur Bewältigung extremer Erfahrungen und Traumata

Der BDP erhält bei sogenannten Großschadensereignissen (Naturkatastrophen, Zugunglücke usw.) häufig viele Anfragen von Menschen, die das Unglück unmittelbar erlebt haben, deren Angehörige betroffen waren oder die durch Berichte in den Medien darüber traumatisiert bzw. retraumatisiert wurden. Erste Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen geben wir an dieser Stelle. Sie sollen eine erste Orientierung ermöglichen. Beratung und Unterstützung in der ersten Zeit danach geben qualifizierte Notfallpsychologen:. Register von Notfallpsychologen.

Qualifizierte Traumatherapeuten vermittelt der Psychotherapie-Informations-Dienst (PID): 030 - 209 166 330

  1. Woran erkenne ich, dass ich traumatisiert bin? Welches sind typische Beschwerden und Probleme nach solchen einschneidenden Erlebnissen? Welche Belastungen treten auf?
  2. Was sollte man in den ersten Wochen nach der Katastrophe nicht tun?
  3. Was kann man tun?
  4. In welchen Fällen ist professionelle Hilfe angezeigt? Welche Alarmsignale muss man beachten und dann auch ernst nehmen?
  5. Ist mit bleibenden Schäden zu rechnen?
  6. In den Medien wird zwischen Angehörigen und Opfern unterschieden; können auch Angehörige traumatisiert sein?
  7. Wie bekomme ich professionelle Hilfe (Beratung/Therapie)?
  8. Wie erkenne ich, ob jemand auf diesem Gebiet wirklich Spezialist ist?
  9. Werden die Kosten für eine notwendige Beratung und evtl. anschließende Therapie von der Krankenkasse übernommen?

1. Woran erkenne ich, dass ich traumatisiert bin? Welches sind typische Beschwerden und Probleme nach solchen einschneidenden Erlebnissen? Welche Belastungen treten auf?
Merkmale und Symptome einer akuten Belastungsstörung können sehr vielfältig und unterschiedlich sein. Nicht immer treten alle der folgenden Symptome auf: Schlafstörungen, Alpträume, Konzentrationsschwäche, körperliche Beschwerden (wie z. B. heftige Muskelverspannungen, Kopfschmerzen) Schwierigkeit, wie bisher zu fühlen oder Dinge in der Umgebung richtig wahrzunehmen, wie betäubt sein.
Das Ereignis wird spontan und unkontrollierbar in der Vorstellung wieder erlebt werden. Man fühlt sich so, als ob man sich noch immer in der bedrohlichen Situation befindet, erlebt erneut Ängste und Panik.
Die Lebensfreude kann verringert sein, der Kontakt mit anderen Menschen, Freunden oder Partner kann beeinträchtigt sein. Manche Menschen ziehen sich zurück, verschließen sich, wirken teilnahmslos, können nicht über das Erlebte sprechen.
Die betroffene Person kann evtl. den Alltag nicht mehr wie früher bewältigen, ist evtl. nicht mehr arbeitsfähig.
Manchmal treten die Symptome erst mit einer Verzögerung von Wochen oder gar Monaten (8-10 Monate) auf.
Nicht immer kann der Betroffene selbst erkennen, ob die Folgen gravierend sind.

2. Was sollte man in den ersten Wochen nach der Katastrophe nicht tun?
Immer wieder die schlimmen Erlebnisse schildern, vor allem, wenn man spürt, wie sehr einen dieses Erzählen belastet.
Belastende körperliche Reaktionen versuchen, mit Alkohol zu betäuben.
Den Betroffenen immer wieder auffordern, die Situationen zu schildern, die er erlebt hat.
Der Idee nachgehen, man könne sich abhärten, indem man sich zwingt, immer wieder Videofilme über das Katastrophengeschehen anzusehen.
Den Angehörigen wegen eigener Unsicherheit und Angst um sein Wohlergehen ständig zu bemuttern, versorgen, beschützen zu wollen.
Sich selbst überfordern als Angehöriger, in der Hoffnung es sei bald überstanden.
Kinder, die Szenen nachspielen, ablenken, ihr Spiel unterbrechen.
Das Gespräch mit Kindern über das Geschehene generell vermeiden.

3. Was kann man tun?
Oberste Priorität ist der einfühlsame Umgang miteinander: Betroffene sollten das tun, was ihnen gut tut. Schwere körperliche Verletzungen benötigen Zeit zu heilen, psychische Traumatisierungen als schwere seelische Verletzungen ebenfalls, manchmal sogar noch länger.
Sich Rat holen: Fühlt man sich körperlich nicht wohl und verschwinden belastende körperliche Symptome nach einer gewissen Zeit nicht, wird der Arzt aufgesucht. Bei sich nicht abschwächenden psychischen belastenden Symptomen sollte psychologischer Rat eingeholt werden. Fachkompetente Beratung durch Diplom-Psychologen erleichtern das Einordnen und Verstehen der akut auftretenden Belastungsstörung. Psychologische Unterstützung hilft Eltern sich stark zu machen in ihrer elterlichen Kompetenz im Umgang mit traumatisierten Kindern.
Nur durch fachkompetente psychologische Beratung und Diagnostik können vorübergehende akute Belastungs- und Anpassungs- Symptome unterschieden werden von beginnenden Belastungs- und Anpassungsstörungen, diese überhaupt erkannt werden. Register von Notfallpsychologen.
Bei beginnenden Belastungs- und Anpassungsstörungen ist die Entscheidung zur Inanspruchnahme einer frühzeitig einsetzenden psychotherapeutischen Behandlung oder einer Psychotraumatherapie der erste, wichtigste und entlastendste Schritt für die Familien der Betroffenen und die Betroffenen selbst.

4. In welchen Fällen ist professionelle Hilfe angezeigt? Welche Alarmsignale muss man beachten und dann auch ernst nehmen?
Generell gilt: Professionelle Hilfe ist dann angezeigt, wenn die Beschwerden und Symptome besonders stark sind und/oder lange andauern bzw. nicht abklingen.
Bei vielen betroffenen Menschen lassen die Reaktionen bzw. deren Schwere und die Probleme in den ersten Tagen und ersten Wochen nach. Sollte dies nicht der Fall sein, oder aber die Beschwerden und Symptome zunehmen, müssen sie die professionelle Hilfe eines Psychotherapeuten oder eines Psychiaters aufsuchen (in Anspruch nehmen).
Gravierende Verhaltensauffälligkeiten wie der anhaltende Verlust von Sprache bei Kindern, massiver Alkoholkonsum bei Erwachsenen, Andeutungen, sich umbringen zu wollen bei Jugendlichen und Erwachsenen sollten sehr ernst genommen werden. In diesen Fällen ist eine stationäre Traumatherapie angezeigt um den Betroffenen zu helfen.
Wenn Sie unsicher sind, ob professionelle Hilfe notwendig und sinnvoll ist, nehmen Sie telefonischen oder persönlichen Kontakt mit einem Psychotherapeuten auf.

5. Ist mit bleibenden Schäden zu rechnen?
Eine schwerwiegende Erfahrung wie das Miterleben einer Katastrophe oder der plötzliche Verlust eines Angehörigen durch eine solche Naturkatastrophe wird das ganze Leben lang nicht vergessen.
Die Symptome und die den Alltag einschränkenden Folgen nach einer traumatischen Erfahrung können jedoch heute bei vielen Menschen gut behandelt werden.

6. In den Medien wird zwischen Angehörigen und Opfern unterschieden; können auch Angehörige traumatisiert sein?
Auch Menschen, die nicht direkt in der bedrohlichen und gefährlichen Situation waren - Angehörige, Bekannte, Augenzeugen, Helfer, Einsatzkräfte - können genauso unter psychischen Belastungsstörungen leiden.

7. Wie bekomme ich professionelle Hilfe (Beratung/Therapie)?
Erste Ansprechpartner können qualifizierte Vermittlungsangebote (siehe PID) oder auch ihre Krankenversicherung sein. Sie bekommen auch Auskunft bei den niedergelassenen Psychologischen Psychotherapeuten, Fachärzten und sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. In einigen Städten existieren Psychotraumaambulanzen, die in der Regel an Krankenhäuser angeschlossen sind.
In Universitätsstädten können ferner die Institute für Psychologie und Kliniken für Psychiatrie und Psychosomatik angefragt werden.
In einigen Ballungszentren gibt es auch die psychologische und psychotherapeutische Behandlung von traumatisierten Menschen spezialisierte Abteilungen und Ambulanzen der Institute für Psychologie und der Universitätskliniken.

8. Wie erkenne ich, ob jemand auf diesem Gebiet wirklich Spezialist ist?
In den Telefonverzeichnissen ist die jeweilige Spezialisierung nicht vermerkt. Fragen Sie daher unbedingt den Psychotherapeuten, ob er/sie Erfahrung in der Behandlung von traumatisierten Menschen hat.
Auskünfte erteilen:
PID (Psychotherapie-Informationsdienst) 030 - 209 166 330

9. Werden die Kosten für eine notwendige Beratung und evtl. anschließende Therapie von der Krankenkasse übernommen?
Die Beratung und die Therapie werden auf Antrag durch die Krankenkassen übernommen. Der Antrag wird vom behandelnden Therapeuten gestellt.